BIP um 3,7 Prozent gewachsen
US-Wirtschaft wächst weniger stark als erwartet

Die Wirtschaft der USA ist im dritten Quartal weniger stark gewachsen als erwartet. Wie das US-Handelsministerium am Freitag berichtet, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in annualisierter Rechnung um 3,7% gegenüber dem Vorquartal.

HB WASHINGTON. Von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragte Bankvolkswirte hatten hingegen mit einer Zunahme des BIP um 4,3 % gerechnet. Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft allerdings nur um 3,3 % gewachsen. Grund für das das schwächer als erwartete Wachstum war in erster Linie eine überschätzte Lagerentwicklung.

Dem Handelsministerium zufolge trugen vor allem die Ausgaben der Verbraucher das Wachstum im dritten Quartal. Der private Konsum legte annualisiert um 4,6 % zu, nach einem Anstieg von lediglich 1,6 % im zweiten Quartal. Die Investitionen der Unternehmen erhöhten sich zudem um 8,5 %, verglichen mit plus 13,9 % im Vorquartal. Allerdings reduzierten die Unternehmen gleichzeitig ihre Lagerbestände um 13 Mrd. Dollar, wodurch das Wachstum um einen knappen halben Prozentpunkt gedämpft wurde. Zwischen April und Juni 2004 war noch ein Lageraufbau in Höhe von 21,1 Mrd. Dollar erfolgt.

Ebenfalls wachstumsdämpfend dürfte sich der anhaltend starke Anstieg der US-Einfuhren ausgewirkt haben. Diese legten im dritten Quartal um annualisiert 7,7 % zu, während sich die Exporte ins Ausland um 5,1 % erhöhten. Der hiermit verbundene Anstieg des negativen Außenbeitrags kostete der US-Wirtschaft noch einmal etwas mehr als 1,1  Prozentpunkte Wachstum.

Es gab auch überraschend positive Zahlen

Beobachter wiesen in ersten Reaktionen darauf hin, dass die BIP-Entwicklung wie üblich noch stärkeren Revisionen unterliegen dürfte. So fehlten sowohl für die Lagerbestände wie auch für den Außenhandel noch die September-Daten. Sollte das US-BIP dann bestätigt oder sogar nach unten korrgiert werden, droht die bisherige Prognose für ein Wachstum von etwa 4,5% im Gesamtjahr 2004 verfehlt zu werden. Wenngleich die Zahlen zum BIP schwächer als erwartet waren, wird weiterhin mit einer Zinsanhebung der US-Notenbank am 10. November gerechnet.

Allerdings wurden am Freitag auch überraschend positive Konjunkturzahlen gemeldet. So stieg die von der Universität von Michigan gemessene Verbraucherstimmung in der zweiten Oktoberhälfte auf 91,7 Punkte und damit deutlich stärker als erwartet. Zudem wurde für den Einkaufsmanagerindex der Region Chicago für den Oktober eine Verbesserung auf 68,5 Punkte von zuvor 61,9 ausgewiesen. Die Subindex für die Produktion erreichte dabei den höchsten Stand seit 1950, der Index für den Auftragseingang ein 20-Jahreshoch. Volkswirten zufolge deuten die Daten auf einen anhaltenden Aufschwung hin

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