BIP-Zahlen
Wirtschaft im zweiten Quartal geschrumpft

Der schwache private Konsum und geringere Investitionen der Unternehmen haben die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2008 erstmals seit knapp vier Jahren schrumpfen lassen. Ein robuster Außenbeitrag verhinderte ein stärkeres Minus.

HB WIESBADEN. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent. Damit wurde eine erste Angabe von Mitte August bestätigt. Das war das erste Minus seit Sommer 2004. Im ersten Quartal 2008 war die Wirtschaft noch kräftig um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen.

Besonders stark gingen im zweiten Quartal die Bauinvestitionen zurück. Sie wiesen ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf. Dieser deutliche Rückgang war erwartet worden, nachdem wegen des milden Winters bereits viele Projekte zu Jahresbeginn beendet werden konnten. Im ersten Quartal waren die Bauinvestitionen besonders kräftig mit 5,7 Prozent gewachsen. Die Unternehmen investierten 0,5 Prozent weniger in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen.

Negativ wirkten sich im zweiten Quartal auch die privaten Konsumausgaben aus. Sie sanken im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Als Grund für die Kaufzurückhaltung gilt die hohe Inflation, die die Kaufkraft belastet.

Wachstumsimpulse brachte hingegen der Außenhandel. Zwar gingen die Ausfuhren um 0,2 Prozent zurück. Da die Importe aber mit 1,3 Prozent noch stärker sanken, ergab sich ein Exportüberschuss. Auch der Staat kurbelte die Wirtschaft an: Er steigerte seine Konsumausgaben um 0,3 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2008 um 3,1 Prozent. Allerdings hatte das zweite Quartal dieses Jahres drei Arbeitstage mehr als der Vergleichszeitraum. Kalenderbereinigt betrug der Zuwachs noch 1,7 Prozent. Die gemessene Wirtschaftsleistung wurde von 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum von knapp zwei Prozent. Es dürfte sich 2009 auf etwa ein Prozent halbieren. 2007 hatte die Wirtschaft noch um 2,5 Prozent zugelegt, 2006 waren es sogar 3,0 Prozent.

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