Blendende Konjunkturaussichten
Die Weltwirtschaft brummt

Die Resistenz der Weltwirtschaft gegenüber Konjunktureinbrüchen in den USA gibt dem Internationalen Währungsfond (IWF) Grund zum Optimismus: Auch für das kommende Jahr wird insgesamt ein anhaltendes Wachstum prognostiziert. Deutschland bekommt eine besondere Rolle attestiert. Es gibt jedoch auch Kritik.

WASHINGTON. Die Weltwirtschaft wird trotz anhaltender Unsicherheiten auf den Finanzmärkten in diesem und im nächsten Jahr robust wachsen. Davon jedenfalls geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem gestern veröffentlichten World Economic Outlook (WEO) aus. Grund für den optimistischen Ausblick sind die nur begrenzten Auswirkungen der abgeschwächten US-Konjunktur und der insgesamt lediglich moderate Anstieg der Inflation. Der IWF sagt für die Weltwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr jeweils ein Wachstumsplus von 4,9 Prozent voraus.

Damit würde sich die Aufschwungphase mit Wachstumswerten von mehr als 4,5 Prozent das vierte Jahr in Folge fortsetzen. 2006 lag das weltweite Wachstum bei 5,4 Prozent. Die WEO-Autoren korrigieren mit ihrer neuen Studie ihre skeptischere Einschätzung des letzten Berichts, der im September vorgelegt wurde. Für Deutschland erwartet der Fonds 2007 und 2008 jetzt ein Wachstum von 1,8 beziehungsweise 1,9 Prozent. Das Plus läge damit unter dem Durchschnitt des Euro-Raums, in dem für beide Jahre jeweils 2,3 Prozent Wachstum erwartet werden.

Verantwortlich für den anhaltend positiven Trend macht der IWF das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Der technische Fortschritt erhöht kontinuierlich die Produktivität, immer weniger Barrieren behindern den freien Handel, außerdem gibt es immer mehr Kapital, das sich über Ländergrenzen hinweg Investitionsmöglichkeiten sucht. „Diese Eckpfeiler müssen erhalten bleiben“, fordert der IWF. Gleichzeitig seien allerdings auch neue Herausforderungen zu meistern – etwa die Alterung der Gesellschaften und die Herausforderungen durch den Klimawandel. Außerdem gelte es, protektionistische Tendenzen zu bekämpfen, die das Wachstumsfundament untergraben könnten.

In den USA konnten die Auswirkungen der Abkühlung des Immobilienmarkts bislang zum Teil durch die fallenden Ölpreise ausgeglichen werden. Dadurch wurden Gelder für den privaten Konsum frei – die wichtigste Stütze der US-Wirtschaft. 2007 erwartet der IWF in den USA ein Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber 3,3 Prozent im Vorjahr. Im Euro-Raum ist das Plus von 2,3 Prozent vor allem auf die wachsende Binnennachfrage zurückzuführen. In Asien waren Indien und China die Wachstumsmotoren. Dabei profitieren die aufstrebenden Volkswirtschaften von dem freundlichen Umfeld auf den Finanzmärkten und bei den Rohstoffpreisen. Für China rechnet der IWF im laufenden Jahr mit einem leicht abgeschwächten Wachstum von 10 Prozent (2006: 10,7), für Indien 8,4 Prozent (9,2). Damit blieben die beiden Volkswirtschaften aber weiterhin die treibenden Kräfte auf dem asiatischen Kontinent.

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