Blitzanalyse
Was Volkswirte zu den aktuellen Ifo-Daten sagen

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im November auf 95,7 Punkte gestiegen. Dabei beurteilten die Firmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftsaussichten besser als im Vormonat.

HB BERLIN. Von Reuters im Vorfeld befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 95 Punkte nach den revidiert 94,3 Zählern im Oktober gerechnet und sagten zu den November-Daten in ersten Reaktionen:

Thomas Amend, HSBC Trinkaus & Burkhardt:
„Wir hatten einen geringeren Anstieg erwartet. Von Bedeutung ist, dass beide Komponenten, Lage und Geschäfterwartungen, gestiegen sind; die Lagekomponente jetzt den zweiten Monat in Folge. Das gibt Hoffnungen auf einen Aufschwung Auftrieb, der nach unserer Einschätzung aber moderat ausfallen dürfte.“

Ralph Solveen, Commerzbank:
„Wie erwartet: Es geht weiter aufwärts. Positiv ist sicher, dass sich das miese Niveau der Lagekomponente endlich anfängt zu verbessern. Damit dürfte die These von einer Erwartungsblase erst einmal erledigt sein. Aus dem Ifo abzulesen, wie stark die Konjunkturerholung ausfällt, ist schwierig. Man sollte eher die Bewegung des Index ansehen - und der zeigt nach oben. Der starke Euro hat die Unternehmen schon im ersten Halbjahr belastet; wichtiger für den Export ist allerdings die Auslandsnachfrage, vor allem aus den USA.“

Ulrike Kastens, Sal. Oppenheim:
„Das ist sicherlich eine positive Überraschung. Der Ifo weist darauf hin, dass der Konjunkturaufschwung in Deutschland weiter vorangeht. Positiv ist vor allem, dass die Lagekomponente um zwei Punkte angezogen hat. Das heißt, die Nachfrage ist da und wir können in den kommenden Monaten mit steigenden Aufträgen rechnen und damit mit einer anziehenden Produktion. Die Geschäftserwartungen sind weiter gestiegen und nicht mehr weit entfernt von der Spitze im Boomjahr 2000 mit damals 109,2 Punkten. Die Erwartungen sind damit schon sehr weit vorgelaufen. Da kann es in den kommenden Wochen auch noch Enttäuschungen geben. Fazit: Wir sind im Aufschwung, die Konjunkturerholung in den USA und in Asien wirkt sich positiv aus. Die Aufwertung des Euro ist für die Unternehmen zurzeit wohl noch keine Belastung, sie rechnen mit einem positiven Mengeneffekt.“

Jan-Paul Ritscher, HSH Nordbank:
„Dass sich die Lageeinschätzung verbessern würde, dass zeichnete sich bereits in den Vormonaten ab. Aber dass sich die Erwartung noch einmal verbessert hat, dass überrascht mich doch ein wenig, weil handfeste Gründe dafür fehlen. Immerhin ist noch eine hohe politische Unsicherheit in Deutschland vorhanden, und wir haben einen starken Euro. Aber der Index ist auf jeden Fall eine positive Überraschung.Die Stabilisierung der Wirtschaft schreitet voran. Ich bin zuversichtlich, dass wir jetzt in einen Aufschwung in Deutschland einmünden.“

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