Börsen erleichtert
Bernanke beschwört die Chancen der Globalisierung

Ben Bernanke bleibt bei allgemeinen Aussagen: Er sehe in der fortschreitenden Globalisierung Chancen für einen höheren Lebensstandard und einen Abbau der Armut, sagte er und dass die Entfernungen zwischen den Wirtschaftsräumen in Zukunft kleiner werden. Damit ersparte er den Börsen einen großen Schrecken – zunächst.

„Das gegenwärtige Ausmaß und das Tempo des Globalisierungsprozesses ist so stark wie nie zuvor“, sagte der US-Notenbankchef zum Auftakt einer zweitägigen Globalisierungskonferenz in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming. Dies schaffe die Möglichkeit zu anhaltenden Produktivitätssteigerungen. Weitere Fortschritte bei der Integration der Weltwirtschaft sollten aber nicht als selbstverständlich angesehen werden, warnte er. Internationale Krisen und Terrorismus könnten die Entwicklung ebenso beeinträchtigen wie sozialer und politischer Widerstand von Globalisierungsverlierern. Daher müssten die Menschen in diesem Prozess mitgenommen werden, um sich auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können - etwa durch die entsprechende Ausbildung.

Die Tatsache, dass China, Indien und die ehemals kommunistischen Staaten Osteuropas in die Weltwirtschaft integriert seien, bezeichnete der Fed-Chef als historisch einmalig. Und die Öffnung Chinas scheine sich noch zu beschleunigen. In den kommenden Jahren würden wirtschaftliche und technische Veränderungen die effektiven Entfernungen zwischen den Wirtschaftsräumen voraussichtlich weiter verringern, sagte er. Schon die derzeitige Entwicklung zeige, dass es eine enge Verbindung gebe zwischen den hoch entwickelten Industriestaaten und den Schwellenländern.

Auch zum derzeitigen Defizit der Vereinigten Staaten - das hauptsächlich durch Geldzuflüsse aus den Schwellenländern finanziert wird - äußerte sich Bernanke kurz: Es stehe in einem starken Gegensatz zu jenem Überschuss, den Großbritannien verbucht habe, als es im 19. Jahrhundert im Zentrum der Weltwirtschaft gestanden habe, betonte er.

Weitere Ausführungen zur Wirtschaftsentwicklung in den USA machte der Fed-Chef nicht - zur Erleichterung der Investoren an den Börsen. Sie hatten eigentlich erwartet, dass Bernanke auch über Inflationsrisiken und Geldpolitik reden könnte, zudem waren Hinweise auf die künftige Zinspolitik der Fed nicht ausgeschlossen worden. Dass diese ausblieben, ließ die führenden Indizes an der Wall Street etwas steigen, obgleich sie bis auf den Technologiemarkt weiter im Minus verharrten; die Staatsanleihen legten zu.

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