Börsencrash: EU-Finanzminister sorgen sich um Konjunktur

Börsencrash
EU-Finanzminister sorgen sich um Konjunktur

Im Zuge der massiven Turbulenzen an den Börsen sind nun auch die EU-Finanzminister beunruhigt. Zwar betonen sie, die Wirtschaftsdaten der EU seien solide und warnten vor übertriebenen Pessimismus. Doch gänzlich sorgenfrei geben sich die Politiker nicht – ganz im Gegenteil.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Der Vorsitzende der Finanzminister der Eurozone, Jean-Claude Juncker, schloss eine Rezession in den USA nicht aus. Falls dies so kommen sollte, werde sich auch die Konjunktur im gemeinsamen europäischen Währungsgebiet abschwächen, sagte der luxemburgische Premier und Ressortchef in Brüssel.

Er warnte aber vor übertriebenem Pessimismus: „Im Vergleich zu den USA sind die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Europa solide.“ Die Minister erwarteten, dass sich Finanzmarktturbulenzen nur im begrenzten Maße auf die europäische Wirtschaft auswirken werden. Ein Konjunkturprogramm wie in den USA sei in Europa nicht geplant. „Wir denken, dass die europäische wirtschaftliche Entwicklung besser ist als in den USA.“ Die wirtschaftliche Lage in Europa scheine sich von der in den USA abgekoppelt zu haben.

Die Lage auf den Finanzmärkten sei durch „hohe Volatilität und hohe Unsicherheit“ gekennzeichnet, sagte Juncker. Übertriebene Reaktionen auf die Ereignisse der vergangenen Tage seien jedoch nicht angebracht. „Man muss erst die irrationalen Elemente herausfiltern.“ Angesichts der Ursprünge der Finanzmarktturbulenzen sei es vorrangig Sache der USA, darauf zu reagieren. „Die Europäer haben bisher ihre Hausaufgaben gemacht.“

EU-Währungskommissar Joaquín Almunia sagte: „Die übermäßige Schwankung der Märkte ist keine gute Nachricht.“ Der reformierte Stabilitätspakt biete Spielraum für Staaten bei der Haushaltssanierung, auch wenn die Konjunktur nicht mehr so gut mitspiele wie in den vergangenen beiden Jahren. Wegen der hohen Ölpreise und der Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise dürfte die frühere Kommissions-Vorhersage von 2,2 Prozent Wachstum nicht mehr zu halten sein, hieß es am Rande des Treffens. In Brüssel wird nun mit knapp 2 Prozent gerechnet. Almunia will seine nächste Prognose am 21. Februar vorlegen.

Juncker äußerte sich zurückhaltend zu dem am 29. Januar in London geplanten Treffen des britischen Premierministers Gordon Brown, der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, wo Finanzthemen zur Sprache kommen sollen. „Ich kann Ihnen sagen, dass dort keine Entscheidungen getroffen werden. Alle Maßnahmen müssen vom Ecofin-Rat (der EU-Finanzminister) getroffen werden.“

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