Branchenweit neue Jobs
Industrie bleibt auf Wachstumskurs

Die deutsche Industrie hat ihren Aufschwung im Mai fortgesetzt. Zwar fiel der Einkaufsmanagerindex überraschend, doch der Trend ist intakt. In der Euro-Zone schwächt sich der Aufschwung etwas ab. Der Jobmotor hingegen läuft weiter auf Hochtouren.

HB BERLIN. Der Einkaufsmanagerindex fiel von 57,0 auf 56,1 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2006. Das Barometer hielt sich aber deutlich über der Marke von 50 Punkten und zeigt nun schon seit knapp zwei Jahren ununterbrochen Wachstum an, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Freitag mitteilte. Der NTC/BME-Index blieb zudem über seinem langjährigen Durchschnittswert von 52,5 Punkten. Auch in der Euro-Zone setzte sich der Industrieaufschwung mit leicht gebremstem Tempo fort.

Die deutschen Unternehmen weiteten ihre Produktion erneut kräftig aus, wenn auch nicht mehr so stark wie noch im April. Der Teilindex fiel auf 56,6 von 58,5 Punkten im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit fast anderthalb Jahren. Gleichzeitig legte der Auftragseingang weiter zu, allerdings schwächer als zuletzt. „Angezogen haben die Bestellungen in allen Industriebereichen, insbesondere bei den Herstellern von Investitionsgütern“, hieß es. Der Teilindex fiel auf 57,2 von 58,2 Punkten. Die Nachfrage aus dem Ausland zog an, aber die Exportaufträge verloren an Schwung. Das Wachstum schwächte sich so stark ab wie seit August 2005 nicht mehr.

Wegen des steigenden Auftragsbestandes und der hohen Auslastung stellten die Firmen erneut mehr Personal ein. „Der Stellenaufbau erstreckte sich im Mai über alle Industriebereiche und war insgesamt der zweitstärkste seit über sechseinhalb Jahren“, schrieben die Forscher. Der Beschäftigungsindex stieg auf 54,6 von 54,0 Zählern. Die robuste Nachfrage und gestiegene Beschaffungskosten veranlassten die Unternehmen dazu, ihre Verkaufspreise anzuheben. „Vor allem für Metalle legten die Vormaterialpreise erneut kräftig zu“, hieß es. Insgesamt schwächte sich der Kostenanstieg aber leicht ab und fiel so gering aus wie seit gut einem Jahr nicht mehr.

In der Euro-Zone fiel der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex von 55,4 unerwartet auf 55,0 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang 2006. Die Industrie fuhr ihre Produktion erneut nach oben, das Tempo schwächte sich aber weiter ab: Der Teilindex gab von 56,9 auf 56,1 Zähler nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Januar 2006. Erstmals seit rund anderthalb Jahren verzeichnete Italiens Industrie das kräftigste Plus in den vier großen Euroländern. Der Auftragseingang legte erneut zu, wenn auch nicht mehr so stark wie im April. „Das Tempo der Bestellungen für die Industrie in der Euro-Zone blieb robust“, schrieben die Forscher. „Darin spiegelt sich eine höhere Nachfrage aus dem Binnenmarkt und von den Exportmärkten wider.“ Das stärkste Auftragsplus meldeten die deutschen Firmen. Angesichts des kräftigen Wachstums und der steigenden Aufträge versuchten die Unternehmen im Euro-Raum, ihre Kapazitäten weiter auszubauen. Dazu stellten sie erneut mehr Mitarbeiter ein. Der Teilindex für die Beschäftigung verharrte auf dem im April erreichten Sechseinhalb-Jahres-Hoch von 53,3 Zählern.

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