Briten und Amerikaner sparen derzeit etwas unter ihrem normalen Niveau
Angst-Sparen bremst das Wachstum

Überalterung, Überschuldung und steigende Zinsen werden dazu führen, dass die Bürger in den westlichen Industriestaaten wieder mehr sparen. Das erwarten die Ökonomen der Schweizer Großbank UBS. Und das ist Gift für die Konjunktur.

pbs DÜSSELDORF. Denn wenn die Verbraucher mehr sparen, geben sie weniger Geld aus. In den G7-Staaten trage der Konsum zu rund 65 % der Wirtschaftsleistung bei – die Investitionen dagegen nur 15 %, schreiben die UBS-Ökonomen. Während die Unternehmer im kommenden Jahr wieder kräftig investieren dürften, werden sich die Konsumenten eher zurückhalten. Zumindest rechnet UBS mit einem geringeren Anstieg des privaten Konsums als bisher: Die Bank erwartet in den G7-Staaten einen Anstieg des privaten Verbrauchs um 2,5 % im kommenden Jahr nach 2,2 % in diesem Jahr. In Deutschland dürfte er 2004 um 0,8 % zulegen, während die Ausrüstungsinvestitionen um 3 % steigen, prognostiziert der deutsche Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Derzeit lägen die Sparquoten in den USA und in Großbritannien etwas unter ihrem normalen Niveau, schreiben die UBS-Ökonomen. Weil die Staatsverschuldung steigt und die Zinsen voraussichtlich nach oben klettern werden, sei mit einer höheren Sparquote zu rechnen. Dies würde den eher begünstigend wirkenden demografischen Trend in diesen Ländern – sie sind im Gegensatz zu den europäischen Staaten wegen des Zustroms von Migranten nicht von Vergreisung bedroht – überkompensieren.

Hinzu kommt, dass Briten und Amerikaner bereits sehr viel für langlebige Güter ausgegeben haben – mehr als im langfristigen Durchschnitt. Gründe dafür waren immer preiswertere Konsumgüter, niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise, wodurch sich mehr Spielraum für eine Kreditaufnahme öffnete. Deswegen gebe es keine aufgestaute Nachfrage, die in den kommenden Monaten den Konsum ankurbeln könnte.

Auch die Franzosen würden voraussichtlich mehr Geld zur Seite legen, erwartet UBS. In Japan drohe die Gefahr höheren Sparens, sobald die Deflation überwunden ist. Einzig Deutschland könnte sich dem globalen Trend zur Knauserigkeit widersetzen – wenn, ja wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Reformen durchsetzen kann. Dann „gibt es eine gute Chance, dass sich der private Verbrauch im kommenden Jahr besser als erwartet entwickelt“.

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