Britische Notenbank
Bank of England: Notenpresse ist startbereit

Im Notfall könnte die britische Notenbank weitere Liquidität in die Märkte pumpen. Eine niedrige Inflation und die hartnäckige Rezession auf der Insel sprächen dafür. Was die britischen Notenbanker planen.

Die britische Notenbank wird die Notenpresse im Kampf gegen die Rezession notfalls noch stärker anwerfen. Im August werde das Ankaufprogramm für Wertpapiere überprüft, teilte die Notenbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der jüngsten Zinssitzung mit. Bislang sahen die Notenbanker keinen Anlass für eine Kursänderung. Mit dem im August anstehenden Inflationsausblick soll aber der Umfang der konjunkturstimulierenden Maßnahmen auf den Prüfstand kommen.

Die Bank von England (BoE) hatte die Märkte am 9. Juli mit der Entscheidung überrascht, den von der Regierung zur Verfügung gestellten Finanzrahmen für den Ankauf von Wertpapieren vorerst nicht voll auszuschöpfen. Die Währungshüter beließen es zunächst bei einem Volumen von 125 Milliarden Pfund für den Kauf von Anleihen, um Bankensystem und Firmen mehr Kredite sowie zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Das Finanzministerium hatte der Notenbank einen Rahmen von bis zu 150 Milliarden Pfund genehmigt. Einige Experten gehen davon aus, dass ein günstiger Inflationsausblick der Notenbank Spielraum für eine Ausweitung ihrer lockeren Geldpolitik geben könnte: "Wir gehen davon aus, dass die Währungshüter im August die restlichen 25 Milliarden Pfund auch noch abrufen werden. Überdies werden sie den Finanzminister womöglich bitten, den Rahmen über die 150-Milliarden-Pfund-Grenze hinaus auszuweiten", sagte Jonathan Loynes von Capital Economics.

Für einen solchen Schritt könnte sprechen, dass die Rezession das Land weiter fest im Griff hält. BoE-Vizegouverneur Charles Bean sagte in einem Zeitungsinterview, die Wirtschaftslage habe sich aus seiner Sicht noch nicht durchgreifend verbessert. "Es gibt zwar Anzeichen für eine Bodenbildung, aber noch nicht für eine Erholung", sagte Bean der "Birmingham Post". Auch die Daten zur Auftragslage der Industrie stützen diese Einschätzung: Unter dem Strich verbuchte das Verarbeitende Gewerbe im Juli das größte Auftragsminus seit mehr als 17 Jahren.

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