Britischer Immobilienmarkt
Harte Zeiten für Hausbesitzer

Es ist soweit: Mit First Direct vergibt die erste Britische Hypothekenbank keine Kredite an neue Kunden mehr. Und eine Studie befürchtet eine "schmerzhafte Korrektur" auf dem Immobilienmarkt der Insel. Immer mehr Volkswirte halten jetzt sogar eine Rezession für möglich.



LONDON. Die Lage am britischen Immobilienmarkt wird immer bedrohlicher. In einer neuen Studie warnt die Ratingagentur Standard & Poor?s vor einer tiefen Krise. "Die europäischen Häusermärkte befinden sich überwiegend im Abschwung, in den Märkten, in denen sich seit längerem eine Blase gebildet hat, befürchten wir eine ernste und schmerzhafte Korrektur", warnt der S&P-Chefvolkswirt für Europa, Jean-Michel Six. Neben Großbritannien zählt Six auch Spanien zu den bedrohten Märkten.





Für zusätzliche Unruhe sorgte in Großbritannien gestern die Nachricht, dass die erste Hypothekenbank ihr Neugeschäft eingestellt hat. First Direct, eine Tochter von Europas größtem Geldhaus HSBC, vergibt keine Immobilienkredite an neue Kunden mehr. Grund für den ungewöhnlichen Schritt war der Ansturm der Klienten auf einige im aktuellen Marktumfeld günstige Angebote von First Direct. Nachdem zahlreiche Konkurrenten in den vergangenen Tagen und Wochen Kreditprodukte ganz gestrichen oder deutlich teurer gemacht hatten, erhielt First Direct fünf mal mehr Anfragen als sonst üblich. Nach Informationen aus Finanzkreisen kämpft Halifax, die größte Hypothekenbank auf der Insel, mit einem ähnlichen Ansturm wie First Direct.





Mit der Verschärfung ihrer Konditionen reagieren die Institute auf die Kreditkrise an den weltweiten Finanzmärkten, die die Refinanzierung der Geldhäuser deutlich teurer gemacht hat. Experten befüchten, dass die Probleme der Hypothekenbanken den ohnehin angeschlagenen britischen Immobilienmarkt weiter schwächen werden. Im März sind die Hauspreise auf der Insel im fünften Monat in Folge gesunken. Neue Daten der Bank of England zeigen, dass die Hypothekeninstitute im Januar so wenig Immobiliendarlehen vergeben haben wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.





Die hoch verschuldeten britischen Verbraucher versuchen offenbar, sich auf anderen Wegen Kredite zu verschaffen. Im Februar stiegen die Kreditkartenschulden um 2,4 Mrd. Pfund. Das war fast doppelt so viel, wie von Analysten erwartet.



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