Bruttoinlandsprodukt blieb unverändert
Deutsche Wirtschaft hofft auf das zweite Halbjahr

Der schwache Konsum und kräftig gestiegene Importe haben das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal zum Stillstand gebracht.

dpa-afx WIESBADEN. Wegen der anziehenden Weltkonjunktur rechnen Experten aber in der zweiten Jahreshälfte bereits wieder mit einer deutlichen Erholung.

Das bereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb im Frühjahr unverändert zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Es bestätigte damit das Ergebnis der Erstschätzung. Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um 0,8 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich betrug das BIP-Wachstum im zweiten Quartal 1,5 Prozent.

Wachstumsbremse war erneut der private Konsum, der um 0,3 Prozent schrumpfte. Der Außenbeitrag - der Saldo von Exporten und Importen - trug im Gegensatz zum Jahresbeginn nicht zum Wachstum bei (-0,3%). Die Einfuhren stiegen mit 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal stärker als die Ausfuhren mit plus 1,2 Prozent. Der Anstieg der Importe erklärt sich mit dem hohen Ölpreis und mit der größeren Menge an importierten Gütern. Insgesamt fraß der negative Außenbeitrag das Plus in der Binnennachfrage von 0,3 Prozent vollständig auf.

Nach der Stagnation im Frühjahr rechnet die Hypo-Vereinsbank im laufenden dritten Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. Optimistisch stimme das Plus bei den Ausrüstungsinvestitionen von 0,6 Prozent, die damit in den vergangenen fünf Quartalen vier Mal gestiegen seien, sagte HVB-Volkswirt Andreas Rees. Die Klagen, deutsche Unternehmen würden nicht mehr investieren, gehörten "ins Reich der Märchen". Die Investitionen ließen auf einen höheren privaten Konsum in der zweiten Jahreshälfte hoffen.

Auch Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle erwartet ein Anziehen des privaten Konsums. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit sei aber im Gesamtjahr wieder mit einem Minus zu rechnen. "Ein besserer Arbeitsmarkt ist der Schlüssel zu einem höheren Konsum", sagte der Experte. Getragen werde die Konjunkturerholung vor allem vom Export. Die Frühindikatoren deuteten auf eine positive Entwicklung der wichtigsten Handelspartner hin.

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