Bruttoinlandsprodukt gestiegen Deutschland wächst der Krise davon

Europas Konjunkturlokomotive Deutschland nimmt wieder Fahrt auf. Im Auftaktquartal befindet sich die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs - und das sogar besser als Experten erwartet hatten.
Update: 15.05.2012 - 10:43 Uhr 18 Kommentare
Der deutsche Export läuft weiter auf Hochtouren. Quelle: dpa

Der deutsche Export läuft weiter auf Hochtouren.

(Foto: dpa)

BerlinDas Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2012 deutlich um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Im vierten Quartal 2011 hatte die deutsche Wirtschaft einen Dämpfer erhalten, das BIP war um 0,2 Prozent geschrumpft.

Die 41 von Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,1 Prozent erwartet, wobei die Schätzungen von minus 0,3 bis plus 0,2 Prozent reichten. Ende 2011 war die Wirtschaft noch um 0,2 Prozent geschrumpft - zum ersten Mal seit fast drei Jahren. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Ihr Comeback verdankt Europas größte Volkswirtschaft vor allem den gut laufenden Exporten und der Kauflaune der Verbraucher. "Nach vorläufigen Berechnungen sind die Exporte - anders als die Importe - zum Jahresbeginn gestiegen", schrieben die Statistiker. "Außerdem wurde im Inland mehr konsumiert als im Vorquartal." Das habe die sinkenden Investitionen teilweise kompensieren können. Details wollen die Statistiker am 24. Mai nennen.

"Das ist eine sehr starkes Comeback", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Das Minus im vierten Quartal war nicht der Beginn einer Rezession, sondern nur eine Konjunkturdelle." Der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees, führt das vor allem auf die starke Nachfrage nach deutschen Produkten außerhalb der Euro-Zone zurück: "Besonders die US-Geschäfte sind gut gelaufen".

Verglichen mit dem ersten Quartal 2011 zog das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent an und damit mehr als doppelt so kräftig wie erwartet.

Deutschland schlägt sich damit weit besser als Nachbar Frankreich. Dort stagnierte die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn, nachdem es Ende 2011 ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent gegeben hatte. Die gesamte Euro-Zone dürfte sogar in einer Rezession stecken: Analysten rechnen mit einem Minus von 0,2 Prozent, nachdem es bereits im vierten Quartal 2011 um 0,3 Prozent nach unten gegangen war. Eine erste Schätzung veröffentlicht Eurostat am Vormittag. "Deutschland schlägt sich deutlich besser als der Rest der Euro-Zone", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer. "Aber ich glaube nicht, dass es in dem Tempo weitergeht."

Verglichen mit dem ersten Quartal 2011 zog das Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent an und damit mehr als doppelt so kräftig wie erwartet. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Prognosen für 2012 nun angehoben werden. "Dieses starke erste Quartal wird zu einer drastischen Aufwärtsrevision der Prognosen für 2012 führen", sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. "Man muss mit einer Korrektur um rund einen halben Prozentpunkt rechnen."

Die Bundesregierung rechnet für dieses Jahr bislang mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf einem robusten Binnenmarkt. Sinkende Arbeitslosigkeit und höhere Löhne sollen den privaten Konsum beflügeln, während niedrige Zinsen den Wohnungsbau und Investitionen ankurbeln dürften.






  • rtr
  • afp
  • dpa
Startseite

18 Kommentare zu "Bruttoinlandsprodukt gestiegen: Deutschland wächst der Krise davon"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ... gleich bei der Bank um die Ecke, das reicht.

  • Wer statt der Stammtischparolen und wortleerer Floskeln einiger Forenteilnehmer eine inhaltlich wertvolle Analyse zur BIP Entwicklung für Deutschland und dazu eine zwar kurze, aber prägnante Einschätzung sucht, wird auch hier fündig: www.globalvaluescout.de - Sehr zu empfehlen! Und dort findet der Benutzer aspi auch einen guten Artikel zum markit EMI - vielleicht findet er dann selber heraus, wieso die beiden etwas völlig anderes aussagen und deshalb durchaus wirdersprüchlich sein können.

  • dann können wir ja jetzt wieder mehr nach Griechenland überweisen. Oder gleich nach Spanien und Italien? ;-)

  • Die Exporte gehen wirklich weltweit, und ich für meinen Teil war 2011 3Monate Maschinen in US aufbauen. Soviel haben die Amis noch nie gekauft wie jetzt. Unser Geschäftsjahr war ein Rekordjahr. Und das ist absolut logisch für die Amis, bei einem Tausch des frisch gedrucktem buntes Papiers (QE2) gegen reale Produktionsmaschinen kann man nicht verlieren!

  • Langsam wird es Zeit, dass sich die Wirtschaftspresse mal den "markit Einkaufsmanager-Index" zur Brust nimmt. Dieser meldet ja schon seit Juni 2011(!) ein angebliche starke Rezession in Deutschland und verunsichert die Investoren, ganz im Gegensatz zum Info-Index, der nach wie vor auf hohem Niveau steht. Entweder wird der markit-Index methodisch falsch berechnet, oder gezielt gefälscht, um den britischen Short-Freunden zu helfen...

  • Das mit den Siegesmeldungen an allen Fronten hatten wir schon einmal. Zum Schluss gab es dann nur sehr viel aufzuräumen. So wird es auch dieses Mal sein. Aber dank Internet kann man dann die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen. Das ist der Unterschied zu früheren Zeiten.

  • Die ungerechtigkeit geht nicht von unten nach oben, sondern
    von Staatsangestellte & Großkonzern Angestellte zu Angestellte kleiner Unternehmen.

    Wenn ich sehe was die Beamte und Angestellten bei den Ämtern, Post, Telekom, Bank, Mercedes Werken usw verdienen, dann frage ich mich wie bescheuert ich war, das ich mit Großhandelskaufmann in ein Großhändler Unternehmen gelandet bin. Die Gehalts Unterschiede sind ungerecht und werden auch durch höhere Verbrauchspreise auf meinen Rücken finanziert.
    Dazu kommen noch die ganzen Sozialschmarotzer die meine Steuern Stehlen. Sozial Politik ist A-Sozial Politik!!!

    Von meinen Brutto Arbeitslohn inclusive Arbeitgeberanteil bleibt mir eine direkte Netto Kaufkraft von 40 % den Rest nimmt mir der Staat durch Zwangs-Sozialabgabe, Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Versicherungssteuer, Energiesteuer, Alternative Ernergiezuschlag. Nicht eingerechnet ist: Diese 40% müssen dann nochmal diesen ganzen Kram finanzieren.

    Mir macht zwar meine Arbeit Spaß, aber für mehr Geld würde ich sofort wechseln!!

    Über diese Gehaltsunterschiede wird man bei den Schulen nicht informiert, denn ich war schon damals kein dämlicher Idialist sondern ein lupenreiner Kapitalist. Wenn ich dies vorher gewusst hätte, wäre ich heute beim Finanzamt oder so.

    Ich habe zurzeit Kontakt mit einer Arbeitsagentur in der Schweiz, wer weiss, vieleicht kann ich diesen
    Steuer-Wucherland entfliehen.

  • @ Wuerzgurke:
    In welche "Euro-Rettung" bitte schön? Es gibt keine. Es gibt die Banken-Rettung, die letztendlich keine Rettung ist, nur Zeitgewinn. Spaniens Banken sitzen auf einem Wertberichtigungsbedarf aus überbewerteten Immobilien von rund 300 Mrd. Euro. Wer diese Blase finanziert hat? Die big player aus GB, FR, CH, NL und - natürlich - Deutschland. Nicht die Banken aus SP, PO, GR, IT, die hatten dafür nämlich keine Kohle. Fehlen noch die Banken aus Österreich: die haben sich in Osteuropa verhoben. Und die aus Skandinavien: Die finnischen versuchen gerade die einheimische Industrie zu retten, die schwedischen haben ihre eigene Immobilienblase und haben sich in den baltischen Ländern überstrapaziert, die dänischen stecken in einer kapitalen Krise und haben deshalb schon fette Milliarden aus dem letzten EZB-Topf bekommen. Ach so, die norwegischen halten sich offiziell raus. Es genügt einfach nicht, nur die dt. Leitmedien zu lesen oder ausgesuchte Blogs. Deshalb zwei Leseempfehlungen von mir: http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/04/standpunkt-199-europas-lugen.html und http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-188-fata-margana.html
    Es lohnt sich...

  • Das ist nur eine Meldung, die vergessen lassen soll, daß der gesamte deutsche Wohlstand in die Euro-"Rettung" fließt. Wenn Ihr nur wüßtet, wie Ihr belogen und beklaut werdet. Für ein "politisches Projekt" - Ihr würdet vor Scham nur noch mit roten Ohren rumlaufen, daß Ihr so etwas mit Euch machen läßt. Und immer noch die Blockparteien wählt.

  • "Deutschland geht es vergleichsweise gut", "Deutschland steht besser da, als alle in der Euro-Zone" - das sind doch nur Wortfloskeln. Deutschland, wer,was,wie istdas? Es ist eine pauschalisierende Aussage für das Haus Deutschland. Macht man das Fenster auf und sieht hinein, offenbart sich die Realität. Da findet sich die "gute" Stube, modern und chic eingerichtet. Dort wohnt überwiegend die Exportindustrie. Doch es gibt noch viele Müllecken - Tagelöhner, die man jetzt Leiharbeiter nennt, Suppenküchen für Arme, Niedriglöhner und Aufstocker, HartzIV Empfänger. Es wird Zeit mal aufzuräumen, damit sich alle Deutschen mit dem Land identifizieren können

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%