Bruttoinlandsprodukt
US-Wirtschaft wächst schwächer als erwartet

Von einer makellosen Erholung der US-Konjunktur kann keine Rede sein. Für 2013 mussten die Behörden ihre Schätzung des Wachstums deutlich nach unten korrigieren. Auch andere Wirtschaftsdaten schwächeln.
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WashingtonDie Erholung der US-Wirtschaft verläuft weiter sehr wechselhaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe zwischen Oktober und Dezember aufs Jahr hochgerechnet doch nur um 2,4 Prozent zugelegt, teilte das Handelsministerium in Washington am Freitag in einer zweiten Schätzung mit. In der ersten Prognose vor einem Monat war es noch von 3,2 Prozent ausgegangen.

Vor allem die Ausgaben der Konsumenten seien nicht so stark gestiegen wie bisher gedacht. Im dritten Quartal hatte das Konjunktur-Plus noch bei 4,1 Prozent gelegen.

Für 2013 ergibt sich laut dem Ministerium damit nur eine BIP-Zunahme von 1,9 Prozent. Das ist deutlich weniger als der 2012 verzeichnete Zuwachs von 2,8 Prozent und laut Experten deutlich zu wenig für eine nachhaltige Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt.

Die Erwerbslosenquote fiel zuletzt zwar mit 6,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Die Zahl neu geschaffener Jobs fiel aber in den vergangenen Monaten relativ gering aus. Zudem wird die Quote künstlich dadurch gedrückt, dass weiterhin viele Langzeitarbeitslose die Suche nach einer Stelle aufgeben und dadurch von der Statistik nicht mehr erfasst werden.

Die Märkte reagierten am Freitag allerdings zunächst nicht mit großen Ausschlägen. Fachleute rechnen damit, dass die extreme Kälte in diesem Winter der Konjunktur vorübergehend geschadet habe, die Erholung aber im Frühling an Fahrt aufnehmen werde.

Das Wetter beschäftigt auch die Notenbank Federal Reserve: Nach Einschätzung der neuen Vorsitzenden Janet Yellen könnte die arktische Kälte tatsächlich ein Grund für schwächelnde Konjunkturerholung sein. Das hatte die 67-Jährige am Donnerstag im US-Senat gesagt. Die genaue Wirkung sei aber noch schwer einzuschätzen.

Yellen bekräftigte dennoch, dass die Fed ihre milliardenschweren Geldspritzen in maßvollen Schritten weiter verringern wird. Die Zentralbank reduzierte die Käufe langfristiger Staatsanleihen und Immobilienpapiere im Januar und Dezember um je 10 Milliarden auf 65 Milliarden Dollar (47,5 Mrd Euro) pro Monat.

Sie rechne aber mit einem „großen Maß an Kontinuität“, wiederholte die Fed-Chefin. Am historisch niedrigen Leitzins von 0 bis 0,25 Prozent wolle die Notenbank vorerst nicht rütteln, obwohl die Arbeitslosenquote fast dem Zielwert entspricht, der Zinserhöhungen rechtfertigen würde.

Die Fed hatte ihre Kurswende in der Geldpolitik angesichts des robusteren Wirtschaftswachstums und sinkender Arbeitslosigkeit eingeleitet. Allerdings wird auf den Finanzmärkte mit großer Spannung beobachtet, ob Dämpfer auf dem wirtschaftlichen Erholungskurs den Fed-Kurs beeinflussen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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