Bürger legen wieder mehr auf die hohe Kante
Konsumklima sinkt wieder

Vor dem Hintergrund einer schwächeren Konsumneigung in Deutschland hat das Marktforschungsinstitut GfK seine Prognose zum Wachstum des privaten Konsums im Jahr 2005 halbiert.

HB NÜRNBERG. In der April-Umfrage der GfK beurteilten die Konsumenten zwar die Konjunktur und ihre eigene Finanzlage etwas weniger skeptisch, scheuen sich aber wieder vermehrt vor größeren Anschaffungen.

„Die hoffnungsvolle Entwicklung, die sich zum Beginn des Jahres 2005 andeutete, ist einer Stimmung gewichen, die zeigt, dass sich die Konsumenten auch weiter stark verunsichert fühlen“, erklärte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch zur monatlichen Umfrage unter 2000 Personen. Das daraus berechnete Konsumklima für Mai fiel auf 4,9 von revidiert 5,1 Punkten. Die Bereitschaft der Bürger, sich langlebige Güter wie Sofas oder Fernseher zu kaufen, sei so gering wie zuletzt im Herbst 2004. Zudem legten sie wieder mehr Geld auf die hohe Kante.

In den vergangenen Monaten hatte das Konsumklima ausschließlich vom positiven Trend bei der so genannten Anschaffungsneigung profitiert. „Das hat sich im April grundlegend geändert“, teilte die Gfk mit. Sie hatte jüngst angekündigt, sollte dieser Indikator schwächeln, sei der Aufschwung beim Konsum vorerst zu Ende. Entsprechend senkte die Marktforschungsgruppe nun ihre Prognose für den privaten Verbrauch deutlich und erwartet allenfalls einen Konsum-Zuwachs von 0,4 statt zuvor noch 0,8 % in diesem Jahr.

Die schlechten Nachrichten zur Wirtschaftsentwicklung und die immer noch intensive öffentliche Debatte über Arbeitsmarktreformen „verderben dem Verbraucher den um die Jahreswende gestiegenen Appetit, größere Anschaffungen zu tätigen“, wie die GfK erklärte. Die entsprechende Komponente sank im April um fast 15 auf minus 27,1 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2004.

Die Indikator der Konjunkturerwartungen verbesserte sich zwar um knapp drei Punkte auf minus 15,6 Punkte, lag damit aber noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresanfang. Zuletzt hatten fast alle Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die sechs führenden Forschungsinstitute hatten erst am Dienstag ihre Prognose auf 0,7 % mehr als halbiert.

Auch ihre Einkommensaussichten bewerten die Menschen derzeit noch zurückhaltend. Der Indikator stieg zwar um sechs Punkte und erreichte damit wieder die Null-Linie. „Es sieht so aus, als würde der Indikator wieder den Zickzackkurs der letzten eineinhalb Jahre einschlagen“, betonten die GfK-Experten aber.

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