Bundesagentur
Weniger Langzeitarbeitslosen durch Hartz IV

Fünf Jahre nach er Einführung der umstrittenen Hartz-IV-Reform ist eine Debatte um die Auswirkungen Arbeitsmarktreform entbrannt. Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die Einführung von Hartz IV wesentlich zu einem Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit beigetragen. Die BA reagiert damit auf Kritik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
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HB NÜRNBERG. So sei der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Erwerbslosen seit 2007 von 48,3 Prozent auf derzeit 41,5 Prozent gesunken. Auch der Anteil der Hilfebedürftigen an der Gesamtbevölkerung gehe seit 2007 beständig zurück, berichtete die BA am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. Experten machen dafür allerdings auch die gute Wirtschaftslage im Jahr 2008 verantwortlich.

Davon, dass Hartz IV gescheitert sei, könne daher keine Rede sein, betonte die Bundesbehörde. Sie bezog sich damit auf eine Kritik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zu fünf Jahren Hartz IV. Dieser hatte der BA und dem Gesetzgeber vorgeworfen, Langzeitarbeitslose mit Hartz IV in die Perspektivlosigkeit zu schicken. Fast die Hälfte der Betroffenen beziehe die Leistung drei Jahre und länger. Die Vermittlungsbemühungen der Behörden seien immer noch unabgestimmt und chaotisch, hatte der Verband kritisiert.

Dem widerspricht aus Sicht der Bundesagentur die Statistik. Derzufolge ist der Anteil der Hilfebedürftigen an der Bevölkerung (bis 65 Jahre) von 11,0 Prozent im Jahr 2007 auf 10,3 Prozent in diesem Jahr zurückgegangen. "Es gelingt also, die Betroffenheit von Hartz IV in der Bevölkerung zu reduzieren", betonte die BA. In den vergangenen drei Jahren seien mehr als 2,2 Mio. Hartz-IV- Betroffenen reguläre Stellen in der Wirtschaft und öffentlichen Verwaltungen vermittelt worden. Diese Menschen stünden wieder im Erwerbsleben und fühlten sich gebraucht, auch wenn die Verdienste für manche Betroffene nicht immer zufriedenstellend seien.

Kommentare zu " Bundesagentur: Weniger Langzeitarbeitslosen durch Hartz IV"

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  • "...Diese Menschen stünden wieder im Erwerbsleben und fühlten sich gebraucht, auch wenn die Verdienste für manche betroffene nicht immer zufriedenstellend seien."

    Nicht immer ist gut: einige bundesgabneturen vermittlen bis zu 80 % in Leiharbeit (schon grotesk: die Vermittler vermitteln an die Vermittler, sehr bequem und ein Schelm, der böses dabei denkt). Diese "vermittlungsparxis" in Verbindung mit den Hartz-u. Steuergesetzen hat massgeblichen Anteil an den sinkenden Löhnen und Wachsender armut

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