Bundesbank-Monatsbericht
Deutsche Wirtschaft verliert im Sommer an Schwung

Zwischenhoch im Frühjahr: Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal nach Einschätzung der Bundesbank kräftig gewachsen. Doch die Aussichten für das Wirtschaftswachstum sind negativ.
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Berlin/FrankfurtDer deutschen Wirtschaft droht laut der Bundesbank nach einem Zwischenhoch im Frühjahr bereits im Sommer wieder die Puste auszugehen. Die „Hinweise auf eine Beruhigung des Wirtschaftswachstums“ hätten sich verstärkt, schrieb die Notenbank am Montag in ihrem aktuellen Monatsbericht. „So kamen von den Aufträgen in den Monaten April und Mai keine nennenswerten Impulse für die Industrie.“

Zudem zögerten die Unternehmen mit Neueinstellungen. „Die Einschätzung, dass die deutsche Wirtschaft nach dem witterungsbedingt schwachen Start in das Jahr 2013 im zweiten Vierteljahr kräftig expandiert hat, wird durch die aktuellen Konjunkturindikatoren bestätigt“, so der Bericht weiter. Positiv sei jedoch, dass die Unternehmen Umfragen zufolge wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft blickten.

Für das zweite Quartal 2013 erwartet die Bundesbank dagegen ein kräftiges Plus. „Wichtige Wachstumsbeiträge dürften im zweiten Vierteljahr von der Industrie und der Bauwirtschaft gekommen sein“, hieß es. „Die Produktionsausfälle des ersten Quartals wurden zügig ausgeglichen.“

Zu Jahresbeginn hatte der lange Winter weite Teile der Wirtschaft beeinträchtigt, weshalb das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,1 Prozent zulegte. Für das zweite Quartal sagen von Reuters befragte Ökonomen ein Plus von 0,6 Prozent voraus. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht seine erste Schätzung im August. Von Juli bis September soll sich das Wachstum den Ökonomen zufolge auf 0,4 Prozent verringern.

In dem Monatsbericht dringt die Bundesbank außerdem auf Änderung der EU-Verträge als stabile Grundlage für die ab Herbst 2014 geplante einheitliche Bankenaufsicht. Die Überwachung der Geldinstitute bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anzusiedeln, erlaube zwar den notwendigen zügigen Einstieg in die neue Aufsicht, schreibt die Bundesbank. „Diese Rechtsgrundlage ist aber mit einer Reihe von Nachteilen behaftet.“ Die Politik sollte daher „zügig eine Änderung der europäischen Verträge in Angriff nehmen, die eine solide rechtliche Basis für eine europäische Bankenaufsicht schafft“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • Die EZB ist doch ein einziger Unglücksort,hauptverantwortlicher Sponsor der Kreditorgie der letzten 10 Jahre. Ohne die EZB und die Wahnsinnigen in den Grossbanken, keine Immobilienkrise in Spanien oder Ungarn, kein illusorischer Boom in Portugal oder Irland.
    Wir leiden nicht an einer Liquiditäts- sondern an einer Solvenzkrise. Überschuldung und Abhängigkeiten an allen Fronten. Man betrachte nur einmal die explodierende Bilanz der EZB. Das ist doch wieder nur eine Form des Nicht-Erkennen wollens. Da können dann Rettungsschirme von hier bis Kalkutta aufgespannt werden.Dieses ständige Zuschütten der Wahrheit mit Hilfe sagenhaft neuer abstruser Erfindungen (Bankenunion) soll die Eliten, solange wie möglich vor Verlusten schützen. Das wird nicht gelingen. Konsequenz: Die Implosion des Systems. Aktien- und Derivate gen Zero. In 4 Jahren haben unsere Regierungen, und die sind ja leider die einzigen die Einfluss nehmen könnten, sich beharlich geweigert, die Ursachen der Krise in ihrer Tiefe zu analysieren und konsequent an einem Schuldenschnitt, der Wiedereinführung von Glass-Steagal und an der Zerschlagung der parasitären Geldfluchttempel zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, Juncker der CEO der Briefkastenfirma Luxemburg und die anderen Bankenknechte der unsäglichen EU- Kommission führen das grosse Wort: Bis in den Abyss.

  • Hallo Kopfschüttler,
    so kann ich mir sparen Ihren Kommentar zu schreiben.
    Fehlt nur noch bekannte Aussage, wir sind auf dem Besten Weg ....
    Ja, zum Abgrund!

  • Absolut! Aber diese typen drucken ja nur das ab, was ueber das UDSSEUDE an die abhaengigen Agenturen geht, meist nur 1:1 kopiert. mehr ist bei dem Personal solcher Medien auch gar nicht mehr zu erwarten!
    Interessant ist, wie Weidmannzwischenzeitlich an der kurzen leine haengt, wie ein ofhund, der auch noch dazu einen engen Maulkorb verpasst bekommen hat, sodass er sich gerade mal Raeuspern kann, wenn ueberhaupt!
    Diese Ditatur durchzusetzen geht nur, wenn es keine, absolut keine Ausnahmen gibt in dem ganzen Orchester!

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