Bundesbank-Monatsbericht
„Deutschland ist Schrittmacher im Euro-Raum“

Der Konjunkturmotor läuft rund und Deutschland steht im europäischen Vergleich bestens da. Auch die Bundesbank sieht die hiesige Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs, spricht von „wiedergewonnener Stärke“. Ihrer Ansicht nach hat für den Erfolg vor allem eine Entwicklung gesorgt.

HB BERLIN. „Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr in die Rolle des konjunkturellen Schrittmachers im Euro-Raum hineingewachsen“, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Davon habe der gesamte Euro-Raum profitiert und so den Abstand etwa zu den USA deutlich verringern können.

Vor allem die moderate Lohnpolitik habe die Wirtschaft preislich wettbewerbsfähiger und Deutschland als Produktions- und Investitionsstandort attraktiver gemacht. Deutschland hatte 2006 mit 2,7 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum seit dem Boomjahr 2000 erreicht.

Die Lohnstückkosten in den übrigen Euro-Ländern stiegen der Bundesbank zufolge seit 1999 im Durchschnitt um 16,5 Prozent stärker als in Deutschland. Die Bruttolöhne und -gehälter der deutschen Arbeitnehmer erhöhten sich demnach nach seit 1999 im Durchschnitt um gut ein Prozent pro Jahr.

Wären es 2,5 Prozent gewesen, hätte das Wirtschaftswachstum wegen der höheren Konsumnachfrage den tatsächlichen Wert zwar um gut ein halbes Prozent übertroffen, wie eine Modellrechnung ergab. „Allerdings wäre dafür am Arbeitsmarkt ein hoher Preis zu zahlen gewesen“, betonte die Bundesbank. Die Beschäftigtenzahl wäre dann deutlich niedriger. Auf längere Sicht hätte dies gravierende negative Folgen für das Wachstum.

Die Industrie hat der Bundesbank zufolge zum Jahresbeginn ihre gute Entwicklung fortgesetzt. „Zum Jahresauftakt 2007 blieb die Industrie auf Wachstumskurs." Die Industrieproduktion habe im Januar kräftig zugenommen. Zwar seien die Auftragseingänge geringer als im Dezember. Doch hätten die inländischen Bestellungen gegenüber dem Durchschnitt im vierten Quartal 2006 leicht zugelegt, während die Geschäftsabschlüsse mit dem Ausland rückläufig waren.

Besonders positiv bewerten die Experten die Lage am Bau. Der außergewöhnlich milde Winter habe maßgeblich zur kräftig gestiegenen Bauproduktion beigetragen. „Hierin spiegelt sich das wachsende Gewicht der Erweiterungsinvestitionen angesichts der guten allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung wider“, schrieben die Fachleute.

Allerdings wiesen die Notenbanker darauf hin, dass auch Sonderfaktoren zum Aufschwung in Deutschland beitrugen, so dass „die konjunkturelle Grundtendenz etwas überzeichnet sein dürfte“. So profitierte etwa die Bauwirtschaft vom außergewöhnlich milden Winter und wegen der Mehrwertsteuererhöhung wurde Ende 2006 manche teure Anschaffung vorgezogen.

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