Bundesbank-Monatsbericht
Fragile Weltkonjunktur wird zum Risiko für Deutschland

Die deutsche Wirtschaft muss sich nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank auf einen harten Winter einstellen. Die Konjunkturaussichten trüben sich ein. Grund sind Risiken durch die weltweit unsichere Konjunkturlage.
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FrankfurtIm Sog der schwächeren Weltkonjunktur droht der deutschen Wirtschaft nach Prognose der Bundesbank eine Wachstumsdelle. „Die Konjunkturaussichten für das Winterhalbjahr 2011/2012 haben sich weiter eingetrübt“, warnt die Zentralbank in ihrem am Montag vorgelegten Monatsbericht. Insbesondere der Industrie dürfte es demnach „bei deutlich abgeschwächter Nachfragedynamik“ schwerfallen, ihr erhöhtes Produktionsniveau vom Sommer zu halten. Trotz Schuldenkrise und Turbulenzen an den Börsen habe die deutsche Wirtschaft in den Sommermonaten ihr Wachstumstempo aber voraussichtlich kräftig gesteigert.

Die bis August vorliegenden „harten“ Konjunkturindikatoren zeigten eine kräftige Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Leistung an. So habe die Industrieproduktion in den ersten beiden Monaten des Sommerquartals „beträchtlich zugelegt“. Dabei hätten zwar Sondereffekte wie eine außergewöhnliche Konstellation von Brücken- und Ferientagen sowie der Verzicht auf Werksferien vor allem in der Autoindustrie eine Rolle gespielt. „Dennoch wird selbst bei der für September erwarteten Normalisierung im Quartalsergebnis ein deutliches Plus verbleiben.“

Die Bauwirtschaft habe das hohe Produktionsvolumen der Frühjahrsmonate vermutlich zumindest gehalten. „Der private Verbrauch dürfte nach dem Rückgang im zweiten Vierteljahr etwas zugelegt haben.“ Auch bei den Einzelhandelsumsätzen sei ein Plus gegenüber dem Vorquartal zu erwarten.

In einer Reuters-Umfrage sagten Ökonomen im Schnitt für die Monate Juli bis September ein Plus von rund 0,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) voraus, nachdem es im zweiten Quartal nur ein Miniwachstum von 0,1 Prozent gegeben hatte. Im Winter droht nach Einschätzung der Experten eine heftige Abkühlung. Diese sagen auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute voraus: Sie erwarten in ihrem Herbstgutachten für das Schlussquartal sogar eine schrumpfende Wirtschaftsleistung. Anfang kommenden Jahres soll es dann wieder leicht aufwärts gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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