Konjunktur
Bundesbank-Vizepräsident Stark warnt vor Spekulationsblasen

Der Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, Jürgen Stark, sieht die Gefahr von Spekulationsblasen auf Immobilien- und Anleihemärkten. Es sei schwer zu sagen, wie hoch das Rückschlagpotenzial an den Märkten sei, sagte Stark dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) in Washington.

WASHINGTON. Allerdings rechnet er nicht mit einem plötzlichen Platzen der Spekulationsblasen. Stark hält eine schrittweise Anpassung der Preise an "realistischere Niveaus" für wahrscheinlich. "Die Luft wird also langsam aus den Blasen entweichen", sagte Stark.

Stark führt die überhitzten Immobilienpreise in den USA, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien sowie das Zinstief an den Rentenmärkten auf die jahrelange expansive Geldpolitik wichtiger Notenbanken zurück: "Wenn niedrige Zinsen nicht in höhere Verbraucherpreise münden, sucht sich die Liquidität einen anderen Weg." Die Notenbanken könnten diese Entwicklung mit ihrer Leitzinspolitik nur "beschränkt" beeinflussen, erklärte der Bundesbank-Vizepräsident.

Der Chef der Hypo-Vereinsbank, Dieter Rampl, hält insbesondere die Anleihemärkte für krisenanfällig. Im Unterschied zu Stark urteilt er: "Die spekulative Zinsblase ist inzwischen so groß, dass sie in den nächsten drei bis sechs Monaten platzen wird." Dies dürfte die Finanzmärkte im ersten Halbjahr 2005 belasten, sagte Rampl dem Handelsblatt. Der Chef der Hypo-Vereinsbank hält beispielsweise ein Zinsniveau von gut vier Prozent bei zehnjährigen US-Staatsanleihen für zu niedrig und befürchtet einen Zinssprung.

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