Bundesbank-Vorschlag Vermögensabgabe soll Pleitestaaten retten

Statt Hilfen der Partnerländer im Euro-Raum zu beantragen, sollen klamme Staaten zuerst das Vermögen ihrer Steuerzahler anzapfen, schlägt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht vor. Doch die Risiken seien beträchtlich.
Update: 27.01.2014 - 12:32 Uhr 57 Kommentare
Griechenland und die Krise: Die Bundesbank ist für Vermögensabgaben bei drohender Staatsinsolvenz. Quelle: dpa

Griechenland und die Krise: Die Bundesbank ist für Vermögensabgaben bei drohender Staatsinsolvenz.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainIm Falle einer drohenden Staatsinsolvenz sollten Krisenländer aus Sicht der Deutschen Bundesbank künftig einmalig eine Vermögensabgabe erheben. Anstatt Hilfen der Partnerländer im Euro-Raum zu beantragen, könnten klamme Staaten spätestens bei drohender Überschuldung zuerst das Vermögen ihrer Steuerzahler anzapfen, schlägt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht vor, der am Montag in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Schließlich sei die Haftung für Verbindlichkeiten anderer Mitgliedstaaten nach geltenden Regeln weitgehend ausgeschlossen. „Hilfsprogramme, die von den Steuerzahlern anderer Mitgliedstaaten finanziert werden, sollten nur im Ausnahmefall und als letzte Verteidigungslinie zum Einsatz kommen, wenn andernfalls die Finanzstabilität in der Euro-Zone massiv gefährdet wäre“, erklärte die Bundesbank.

Um das Vertrauen der Märkte nicht zu zerstören und um massive Kapitalflucht zu vermeiden, dürfe die Sondersteuer jedoch nur im äußersten Notfall und nur einmalig erhoben werden. Zudem müsse die Abgabe zügig erfolgen, um Steuerflucht zu vermeiden. Allerdings stelle sich die Frage nach einer Vermögensabgabe derzeit nicht, weil alle Euro-Länder sich entweder am Kapitalmarkt refinanzieren könnten oder in einem Hilfsprogramm steckten, so die Bundesbank.

Denn gut sechs Jahre nach dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Euro-Raum 2007/2008 bescheinigt die Bundesbank den betroffenen Staaten enorme Fortschritte. Für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Auch wenn die Rezession überwunden ist und die Aufschläge für Staatsanleihen wieder sinken, dürften die Krisenländer in ihrem Reformeifer nicht nachlassen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Nur Griechenland hinkt noch hinterher
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Bundesbank-Vorschlag - Vermögensabgabe soll Pleitestaaten retten

57 Kommentare zu "Bundesbank-Vorschlag: Vermögensabgabe soll Pleitestaaten retten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Leute, es soll hinter keiner sagen, oh, das konnte man nicht ahnen.

    Die "Reichensteuer" wird uns alle treffen.
    Merke:
    Um Schulden abzubauen muss Guthaben vernichtet werden.

    Das geht nur über:
    - Enteignung
    - Steuern (wie Vermögenssteuer)

    Wohin die Reise geht, kann sich jeder an 5 Finger abzählen.

    Wer glaubt, bei uns kann so etwas nicht passieren, ist nur naiv...

  • Reichensteuer? Wie will man dies lösen, wenn jeder min. 2 Staatsbürgerschaften hat und sich auf den steuerfreien Staat dann zurück zieht, wie unsere Politiker es wollen? Soll nur der dumme Einstaatenbürger zahlen?

  • Reichensteuer? Erst einmal müssen die Politiker persönlich für die Schulden aufkommen, die sie vorsätzlich gegen den Willen des Volkes verursacht haben. Erst danach kann man an diese Steuer denken, wenn man vorher die Zahlungen ins Ausland eingstellt hat.

  • Ein richtiger, an sich selbstverständlicher Vorschlag, nur gemessen an der Politik der EU seit 2010, der Eröffnung einer Haftungs- und Schuldenunion durch Ankauf südeuropäischer Staatsanleihen für 209 Mrd. Euro, sehr verwunderlich. Und noch eins: Es gibt zurzeit kein Land der WU außer Griechenland, das unter den Rettungsschirm schlüpfen muß? Schäuble würde sagen: Wir sind auf einem guten Weg? Denk`ste!! Die Südstaaten müssen sich gar nicht mehr über den Kapitalmarkt finanzieren, sondern bekommen das Geld von Draghi fast zinslos und der sagt niemandem, wieviele staatliche Bürgschaften er in der Schublade hat. Also: Weiter so nach dem Motto: Schulden, die keiner kennt, sind keine. Langfristig knallt’s mal, aber langfristig sind wir alle tot.
    Mit freundlichen Grüßen von der AfD
    Klaus Peter Kraa

  • Übersetzung: "Die Bundesbank rät zur Konfiszierung der Vermögenswerte des Mittelsstand zur Entschuldung der Staaten".

    Die EU setzt ihren Plan zur Entschuldung der Staaten konsequent um. Zypern diente dabei als Probelauf. Die Sparguthaben des Mittelstandes und die künftigen Leistungsversprechungen der Lebensversicherer und Sozialkassen werden konfisziert bzw. wertlos, um die überschuldeten und bald insolventen EU Staaten zu sanieren. Die Agenda des IWF, der EZB und der europäischen Regierungen ist dabei klar definiert. Die gesetzlichen, aber vor allem die TECHNISCHEN Voraussetzungen für den grössten Beutezug der EU Politiker zu schaffen. Dem Bürger bleiben nur noch wenige Monate bzw. Jahre um sein Erspartes dem Bankensystem zu entziehen und somit vor dem Zugriff der EU Regierungschefs zu schützen. Man sollte die Chance nicht verstreichen lassen. Bankguthaben räumen und in Sachwerte investieren.

  • Hallo @ trident,
    die vorbelastete Merkel (FDJ-Funktionärin an der Uni) kommt aus dem vorbelasteten Osten!

  • Der Euro soll doch auf einem "guten Weg" sein, so Schäuble und Merkel immer wieder!!! Oder lügen die doch??? Ich habe es schon immer vermutet! Merkel kommt aus dem vorbelasteten Osten, und Schäuble hat seinen Geldkoffer immer noch nicht geöffnet. Die Leidtragenden sind die Bürger, die verkauft werden. Ist das noch einer christlichen Partei würdig? Ein klares "Nein"!

  • Somit sollte man diese Bank sofort schließen, bevor sie ganz abgewirtschaftet ist.

  • Das beträchtliche Vermögen der Bundesbürger sticht unseren verschwenderischen Politikern schon lange in die Augen. Könnte man doch theoretisch mit einem Schlag frei von Schulden sein und damit neue ungeahnte Möglichkeiten der Verschwendung erschließen. Nach DIW und IWF wird nun auch die Bundesbank vorgeschickt, um das Volk auf einen noch zu bemessenden Schritt vorzubereiten.
    Das könnte m.E. nahezu problemlos funktionieren. Große Teile der Bevölkerung besitzen bereits kein Vermögen mehr und würden natürlich nach dem Grundsatz " Auf fremden Arsch ist gut durch's Feuer reiten" voll zustimmen. Und all die, die es betreffen würde, ergeben sich, wie immer, in's unvermeidliche Schicksal.
    Also, Herr der Staatsschulden, nicht zaudern, auf gehts!

  • "Denn gut sechs Jahre nach dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Euro-Raum 2007/2008 bescheinigt ...."

    Ich verstehe das alles nicht, wieso denn Finanzkrise im Euro-Raum; es wird doch immer und immer wieder behauptet, dass der Euro eine Erfolgsgeschichte sei.

    Merkwürdiger Erfolg, dass es da "zur Rettung" jetzt einer Vermögensabgabe bedarf.

    Und auch die vielen neuen uns allen vorher lauthals versprochenen Arbeitsplätze, welche die €rfolgsgeschichte uns bringen sollte - wo sind die denn hin verpufft? Warum kann man nicht die rettten, anstatt die Banken, denen als Schuldenkriesengewinnler gigantische Zinseinnahmen zufließen oder die nimmersatten Regierungen, die ständig mehr und noch mehr Steuern einnehmen.

    Was haben wir zumeist vermögenslose Vermögensabgabenzahler in spe mit deren Zockerei (Banken) und Ausgabenrausch (Regierungen) zu tun? Die einen leisten sich doch ultrateure Bonibanker und die anderen ganze Beraterarmeen, die darauf aufpassen sollen, dass sowas genau nicht passiert.

    Tja, so wie es aussieht, muss die große Erfolgsgeschichte einen noch größeren Bogen um die kleinen Leute gemacht haben - oder war und bleibt eben nur Lüge.

    Alternativen für das auf Lügen gebaute und vom "Erfolg" gebeutelte €uropa? Nun, wir werden es ja bald sehen und hoffentlich auch erleben.





Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%