Bundesbank warnt
Deutscher Wirtschaft droht Abwärtssog

Die Verunsicherung im Euro-Raum droht die deutsche Wirtschaft stärker als bisher zu beeinträchtigen. Die Geschäftsaussichten der Unternehmen haben sich eingetrübt, die Bundesbank fordert stärkere Sparanstrengungen.
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BerlinDie bislang so robuste deutsche Wirtschaft droht nach Einschätzung der Bundesbank in den Abwärtssog der Schuldenkrise zu geraten. „Die Konjunktur in Deutschland könnte nach der Jahresmitte 2012 stärker als bisher durch die Verunsicherung im Euro-Raum beeinträchtigt werden“, warnte sie in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. Die Geschäftsaussichten der Unternehmen hätten sich bereits „beträchtlich eingetrübt“. Sie investierten deshalb schon seit einem Dreivierteljahr weniger, während die Exporte in die Währungsunion stockten.


Die Unternehmen halten sich deshalb mit Neueinstellungen zurück. „Die zunehmenden Konjunktursorgen schlagen sich in vorsichtigeren Beschäftigungsdispositionen nieder“, schrieb die Bundesbank. Zwar sei die Beschäftigung im Frühjahrsquartal nochmals gestiegen. „Allerdings leisteten die Erwerbstätigen zuletzt weniger Arbeitsstunden“, hieß es. Bereinigt um saisonale Effekte stieg die Zahl der Arbeitslosen sogar erstmals seit langem. „Die vorliegenden Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich die Arbeitsmarktentwicklung in den kommenden Monaten weiter beruhigen könnte“, schrieben die Bundesbanker.

Einen Absturz der deutschen Wirtschaft befürchten sie aber nicht. Dafür spreche die robuste Binnenkonjunktur. „So sind neben einer anhaltend kräftigen Baunachfrage auch die Aussichten für den privaten Konsum nach wie vor günstig.“ Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten blieben gut. Auch sei die Nachfrage nach Waren „Made in Germany“ in Übersee noch kräftig.

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen, nachdem es zu Jahresbeginn noch 0,5 Prozent waren. In der Euro-Zone schrumpfte die Wirtschaftsleistung dagegen um 0,2 Prozent.

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  • Soso, wieder mal die Bundesbank.

    Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie besser schlafen.

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt. Ein einzigartiges Betrugssystem. Der ESM hat nahezu die gleichen Strukturen wie die FED. Die Versklavung wird damit auf EU Ebene hochgefahren.

  • @Rene

    margrit117888 hat schon den Blick für das Machbare, evtl. das Thema Beamten-Renten nicht vollständig durchleuchtet. Die Beamten-Renten gehen voll zu Lasten des Steuerzahlers, Rücklagen für die Alt-Beamten verschlafen.

    Aufgrund der Alterspyramide gibt es erhebliche Probleme für den Staatshaushalt, wie das Renten-Geld für die Beamten aufgebracht werden soll.

    Auszug aus Beitrag von Oswald Metzger vom 10.3.2012:

    Die Überversorgung des politischen Establishments hat eine fatale und fiskalisch höchst dramatische Nebenwirkung: Weil die Politiker als Gesetzgeber ihre eigenen Ruhestandsbezüge großzügig festlegen und sich eine Art Beamtenversorgung de luxe gönnen, verspüren sie nur eine geringe Neigung, die Privilegien des Berufsbeamtentums anzutasten.

    Die zahlenmäßige Dramatik der steigenden Pensionslasten wird ja nicht von den paar tausend Ruhestandsabgeordneten und ein paar hundert pensionierten Ministern sowie wenigen Altkanzlern und Altpräsidenten ausgelöst.

    Das Problem sind die derzeit rund 800.000 Beamten, die bereits im Ruhestand sind und – im Vergleich zu Rentnern – sehr stattliche Pensionen erhalten.

    Im aktiven Dienst beschäftigt sind aktuell (mit Bundeswehr) etwa 1,9 Millionen Berufsbeamte. Die gesamte Versorgungslast für alle Beamten, hochgerechnet bis zum Jahr 2050, entspräche einem Barwert von unvorstellbaren 1,4 Billionen Euro.

    Weil praktisch keine Rücklagen für diese Versorgungsausgaben aufgebaut wurden, muss diese Summe rechnerisch eigentlich der aktuellen Staatsverschuldung Deutschlands zugeschlagen werden.

    Die Sanierung der Staatsfinanzen kann nur gelingen, wenn die privilegierte Altersversorgung im öffentlichen Dienst, vor allem die Beamtenversorgung, beschnitten wird……..

    …….Verhältnisse wie im Club Med, …..Deutschland muss aus dem Euro, uns steht schon mit unseren eigenen Beamten das Wasser bis zum Hals.

    Auch Deutschland hat bisher über seine Verhältnisse gelebt.

  • 1)Pensionen sind Eigentumsrecht. Enteignung gibt es in der BRD - im Gegensatz zur DDR - nicht (oder nicht so wie sie beschreiben)
    2)"Merkels Unsinnsreisen" kosten nicht einmal das Wechselgeld im Vergleich zu anderen Ausgabenpositionen des Staatshaushaltes.

    Folglich: kein objektiver Beitrag/Kommentar, auch wenn ich ihre Meinung teile...

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