Bundesbank
Weber weist Forderungen nach EU-Anleihe zurück

Bundesbankpräsident Axel Weber hat italienische Forderungen nach einer EU-Anleihe zurückgewiesen. Dadurch entstehe eine Gemeinschaftshaftung für die Staatsschulden der EU-Länder, die die disziplinierende Wirkung der Finanzmärkte mindere, sagte Weber dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Eine EU-Anleihe erschwere die stabilitätsorientierte Geldpolitik. „Die finanzpolitische Eigenverantwortlichkeit und die Verpflichtung auf solide öffentliche Finanzen eines jeden Mitgliedstaates ist ein konstituierendes Element der Europäischen Währungsunion. Dies war nicht zuletzt immer ein deutsches Anliegen und eine der Grundvoraussetzungen für die Akzeptanz der gemeinsamen Währung hierzulande“, sagte Weber.

Italiens Finanzminister Giulio Tremonti hatte vorgeschlagen, länderübergreifende Euro-Anleihen aufzulegen – zur Finanzierung europäischer Infrastrukturprojekte. Stabilitätsorientierte Euro-Länder vermuten dahinter jedoch den Versuch, steigende Refinanzierungskosten einzelner Länder auf die Gemeinschaft umzulegen. Im Zuge der Finanzkrise sind die Renditen der nationalen Staatsanleihen auseinander gedriftet.

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