Bundesbankchef Weber
Deutliche Mahnung zum Sparen

Der Bundesbankpräsident Axel Weber hat die europäischen Staaten mit Nachdruck zum Sparen aufgefordert. Die Politik dürfe nicht den Einstieg in die Konsolidierung verpassen.
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rtr BERLIN. Bundesbankpräsident Axel Weber hat die Euro-Staaten mit Nachdruck zu baldigen Sparanstrengungen aufgefordert. "Die Finanzpolitik darf den rechtzeitigen Einstieg in einen umfassenden Konsolidierungskurs nicht verpassen, um die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen nicht zu gefährden", verlangte Weber laut Redetext am Mittwochabend an der Universität Hohenheim. Deutschland soll nach einer Empfehlung der EU-Kommission bereits 2011 mit dem Schuldenabbau beginnen und den europäischen Stabilitätspakt im Jahr 2013 wieder einhalten.

Frankreich und Spanien müssen die Defizitgrenze des Stabilitätspakts ebenfalls erst 2013 wieder einhalten. Derzeit greift die Ausnahmeregel des Paktes, die den Staaten bei einer schweren Krise mehr Zeit gibt, die Neuverschuldung unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zurückzuführen.

Die konjunkturelle Erholung sei weiter fragil, sagte der Bundesbank-Chef: "Der Finanzwirtschaft stehen noch merkliche Belastungen bevor, die sich aus den Folgen der Wirtschaftskrise ergeben". Für einen Ausstieg aus den expansiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sei es daher noch zu früh. Der richtige Zeitpunkt dürfe auch hier nicht verpasst werden. Bei der Geldpolitik sei es wichtig, erkennbaren Risiken für die Preisstabilität entgegenzutreten.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte vorige Woche signalisiert, der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) werde Anfang Dezember über konkrete Schritte in Richtung Ende der Politik des billigen Geldes beraten. Die EZB erwägt derzeit verschiedene Möglichkeiten, wie und ab wann sie die wegen der Finanzkrise eingesetzten Geldspritzen in den kommenden Monaten absetzen kann. Als erstes dürfte sie aufhören, dem Bankensystem für ein ganzes Jahr Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Kommentare zu " Bundesbankchef Weber: Deutliche Mahnung zum Sparen"

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  • Sehr richtig erkannt,

    Der Stabilitätspackt muss eingehalten werden.Wen die Wirtschaft tatsächlich auf der Wege der Erholung sei,dann müsste der Leitzins erhöht werden.Nur so können wir die Schulden RECHTZEiTiG bis 2013 eventuell einhalten zu können und dürfen.

    Mfg

    Die gleiche Menung vertrete ich es auch.

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