Bundesbankpräsident
Weber hält Zinserhöhung der EZB für notwendig

„Wir müssen die Geldpolitik normalisieren, sie passt nicht mehr zur Konjunktur und sie ist notwendig um die Liquiditätsdynamik einzufangen“, erörterte Weber am Freitag in Mannheim.

HB MANNHEIM. Die Geldmenge sei ein Grund für Wachsamkeit der EZB. Der sehr hohe geldpolitische Stimulierungsgrad müsse zurückgeführt werden. An den Finanzmärkten seien geldpolitische Straffungen eingepreist. „Die Märkte haben verstanden, dass die EZB, wenn es notwendig ist, handeln wird - nur unter dieser Bedingung sind die Inflationserwartungen verankert.“

Mit Blick auf die Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 sagte Weber, diese sei für die EZB nur ein Grund zur Sorge, wenn sie zu indirekten weiteren Preiserhöhungen führe. „Wir wissen, was der rechnerische Effekt ist - genau wie bei den Ölpreisen schauen wir durch Einmaleffekte durch.“ Problematisch wären zusätzliche Auswirkungen. „Zweitrundeneffekte sind gefährlich, solchen Effekten treten wir entschlossen entgegen.“ Als Beispiele nannte der Bundesbankchef übermäßige Lohnsteigerungen als Reaktion auf steuerbedingten Kaufkraftentzug.

„Es gibt ganz klare Signale, dass wir zusätzlich zu den kurzfristigen konjunkturellen Inflationsgefahren auch langfristige aus der Liquidität haben“, unterstrich Weber. „Wenn die Konjunktur sich normalisiert und wir direkten binnenwirtschaftlichen Preisdruck bekommen werden, wirkt sich die Liquidität zusätzlich preistreibend aus. Deshalb müssen wir die Liquidität zurückführen.“

In Bezug auf den jüngsten Kursrutsch an den Finanzmärkten äußerte sich Weber gelassen. „Ich halte es für ein vollkommen normales und gesundes Phänomen, wenn die Investoren ihre Portfolien anpassen. Was wir jetzt gesehen haben, ist kein Anlass zur Sorge, sondern eine Neubewertung der Risiken an den Finanzmärkten.“

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