Bundesländer-Ranking
Süden Deutschlands ist fit für die Zukunft

Attraktiver Süden: Bayern und Baden-Württemberg haben in den kommenden 15 Jahren die besten Aussichten, ihre Wirtschaftsleistung und Erwerbstätigkeit überproportional zu steigern. Auch bei der Zahl der Patentanmeldungen reicht kein Konkurrent an die beiden südlichen Bundesländer heran. Ganz anders sieht es jedoch Sachsen-Anhalt aus.

HAMBURG. Dies ist das Ergebnis der Vergleichsstudie „Fit für die Zukunft?“, die das Hamburgische Weltwirtschafts Institut (HWWI) im Auftrag der Hypo-Vereinsbank (HVB) erstellt hat. Am Ende des Rankings liegen Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, das Saarland und Sachsen-Anhalt.

Die Ökonomen messen die Zukunftsfähigkeit eines Landes dabei an Kriterien wie der Attraktivität für Hochqualifizierte, dem Niveau des Bildungssystems, der Innovationsfähigkeit oder dem Zustand der öffentlichen Finanzen. Die Attraktivität für Hochqualifizierte ist dabei ein Schlüsselfaktor. Sie wird beeinflusst durch die Kriterien Bildung, Forschung und demographische Entwicklung sowie von den den Ländern zur Verfügung stehenden öffentlichen Finanzen. „Offensichtlich haben die bisher Erfolgreichen auch gut vorgesorgt für die Zukunft“, sagte HVB-Chef Wolfgang Sprißler gestern mit Blick auf die führenden Südländer. Auf Platz fünf liegt nach Hessen und Hamburg als bestes ostdeutsches Bundesland Sachsen. Das viel gescholtene Berlin erreicht Platz sechs. Die Hauptstadt habe – außer bei den Finanzen – viel richtig gemacht und könne hoffen, das wirtschaftliche Jammertal langsam hinter sich zu lassen, so Sprißler.

Handlungsspielräume für die Zukunft sieht das HWWI vor allem im Bereich Bildung. Heute klaffen bei der Qualität des Angebots, dem Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden oder dem Anteil der Schulabgänger, die ein Studium aufnehmen, Welten zwischen der Spitzengruppe aus Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen und den Schlusslichtern Bremen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Das Betreuungsverhältnis an Schulen und Hochschulen ist im bevölkerungsreichsten Bundesland äußerst schlecht: „Kein Wunder, dass die Schüler an Rhein und Ruhr weniger lernen als andere“, sagte Sprißler, „sie haben ja kaum Lehrer.“

Als Indikatoren für die Innovationsfähigkeit zieht das HWWI die Zahl der Patentanmeldungen, die Forschungs- und Entwicklungsintensität sowie den Grad der internationalen Vernetzung heran. Am innovativsten ist demnach Baden-Württemberg, gefolgt von Bremen, Hessen und Berlin. Bei der Zahl der Patentanmeldungen reicht kein Konkurrent an Baden-Württemberg und Bayern heran. Bei den öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung führt Bremen vor Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Wenig innovativ sind Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Die für die Studie erstellte Projektion der öffentlichen Schulden zeigt, dass mit Ausnahme von Bayern und Sachsen Verschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt weiter ansteigt. Bei den öffentlichen Finanzen weist Sachsen vor Bayern, Hessen und Baden-Württemberg die besten Werte auf. „Kellerkinder“ sind Sachsen-Anhalt, das Saarland, Bremen und – ganz unten – Berlin. In der Bundeshauptstadt droht die Schuldenquote von derzeit 74 Prozent bis zum Jahr 2020 auf 125 Prozent zu steigen.

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