Bundesverfassungsgericht: Urteil zu EZB-Anleihekäufen wohl erst im April

Bundesverfassungsgericht
Urteil zu EZB-Anleihekäufen wohl erst im April

Erst im April wird das Bundesverfassungsgericht sein Urteil zu dem massiven Anleihekaufprogramm der EZB verkünden. Mario Draghi hatte angekündigt, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen der Krisenländer zu kaufen.
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BerlinDas Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wird nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ voraussichtlich erst im April sein Urteil darüber verkünden, ob das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) verfassungswidrig ist. Gründe für die lange Beratungsdauer seien wohl höchst kontroverse Meinungen innerhalb des achtköpfigen Zweiten Senats, berichtet die Zeitung laut einem Vorabbericht aus der Montagsausgabe. Sie beruft sich auf Informationen aus Justizkreisen und dem Umfeld der Kläger.

Gegen den Euro-Rettungsschirm ESM hatten der CSU-Politiker Peter Gauweiler, mehrere eurokritische Professoren, die Linkspartei, eine Bürgerinitiative und zahlreiche Einzelpersonen unabhängig voneinander Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Nach der Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen europäischer Krisenländer aufzukaufen, erweiterte ein Teil der Kläger ihre Beschwerden in Karlsruhe. Ein Anleihekauf laufe auf eine Finanzierung maroder Staatshaushalte durch die EZB hinaus, argumentierten sie. Das sei durch den Lissabon-Vertrag verboten.

Unter Vorsitz des Gerichtspräsidenten Andreas Voßkuhle wurde bereits am 11. und 12. Juni 2013 in Karlsruhe mündlich über die Klagen verhandelt. Seither berät der Zweite Senat. Ein Urteil war ursprünglich schon für den Spätherbst des vergangenen Jahres erwartet worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundesverfassungsgericht: Urteil zu EZB-Anleihekäufen wohl erst im April"

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  • Was soll man von den "roten Proporzroben" schon erwarten:

    ein wachsweiches Ja Aber, kleinste Bedenken, eventuell eine Gegenmeinung, aber am Ende wird es durchgewunken im Interesse der Einheit Europas und des T`Euro.

    Bei anderen Gelgenheiten sagt man PACTA SUNT SERVANDA !

    In jedem Fall wird das Urteil bis nach der Europawahl verschleppt.

    Auch die Äusserungen vom Möchtegern-König von Bayern - Seedoofer hinsichtlich der Masseneinwanderung in unsere Sozialsysteme und gegen das Ausufern der Macht der Brüsseler Nomenklatura sind nur Schalmeienklänge um den Doofmichel zu veranlassen, auf keinen Fall antieuropäische und anti-Euro Parteien zu wählen !

    In schöner Einigkeit wird der Buchhändler Schulz auf den Schild des EU-Kommissionspräsidenten gehoben.

    CDU-CSU-SPD und Grüne = Einigkeit macht stark.

    Wann wachen die Deutschen endlich auf und erkennen, wie sie von den herrschenden Parteien verraten und verkauft werden ???

  • "... Ein Anleihekauf laufe auf eine Finanzierung maroder Staatshaushalte durch die EZB hinaus, argumentierten sie. Das sei durch den Lissabon-Vertrag verboten...."

    Das Verbrechen ist ganz offensichtlich!
    Es ist davon auszugehen, dass der Prozess vorsätzlich verschleppt wird.

  • Das Gericht braucht niemand mehr. Das Geld ist weg.

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