Bundeswirtschaftsministerium berichtet Deutsche Firmen fahren Produktion runter

Die deutsche Industrie erleidet den nächsten Rückschlag: Die Produktion bricht ein – so stark wie zuletzt im Jahr 2009. Und das ist erst ein Vorgeschmack. Die kommenden Monate werden hart, sagen Experten.
Update: 07.10.2014 - 09:13 Uhr 16 Kommentare

Schwache Industrieproduktion zieht Dax ins Minus

BerlinDie deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im August so kräftig heruntergefahren wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Industrie, Baubranche und Energie-Erzeuger drosselten ihren Ausstoß zusammen um 4,0 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Das ist das größte Minus seit Januar 2009. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Mittel nur mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet, nach 1,6 Prozent Wachstum im Juli.

„Die Industriekonjunktur durchläuft gegenwärtig eine Schwächephase“, erklärte das Ministerium. Dies betreffe neben der Produktion auch die Aufträge und Umsätze. „Der aktuelle Rückgang ist allerdings durch Ferientageeffekte überzeichnet.“ Insgesamt sei für das gesamte dritte Quartal mit einer schwachen Produktion zu rechnen.

Der deutschen Industrie waren die Aufträge im August so stark weggebrochen wie seit Januar 2009 nicht mehr. Die Bestellungen fielen wegen der späten Ferien und geringerer Großaufträge um 5,7 Prozent und damit stärker als erwartet.

Ihre Produktion fuhr die Industrie im August um 4,8 Prozent nach unten. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen meldeten dabei mit 8,8 Prozent das größte Minus. Die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Chemikalien stellten 1,9 Prozent weniger her, die Konsumgüterbranche 0,4 Prozent weniger. Die Bauproduktion fiel um 2,0 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Fertigung dagegen um 0,3 Prozent hoch.

„Nach dem guten Juli kommt im August das bittere Erwachen. Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland ist zum Erliegen gekommen. Über die Exportseite werden wir in den kommenden Monaten eine Belastung spüren. Die gesamte Stimmung dürfte sich weiter eintrüben, die private Konsumlaune lässt auch nach. Im dritten Quartal könnte die Wirtschaft erneut leicht geschrumpft sein“, sagt Ulrike Karstens von Sal. Oppenheim. Die gesamte Stimmung dürfte sich weiter eintrüben, die private Konsumlaune lasse auch nach. Im dritten Quartal könnte die Wirtschaft erneut leicht geschrumpft sein.

„Die Industrieaufträge waren schon nicht so toll. Die Produktionszahlen sind noch etwas ernüchternder. Die späten Sommerferien erklären nicht alles“, erklärt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

  • rtr
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16 Kommentare zu "Bundeswirtschaftsministerium berichtet: Deutsche Firmen fahren Produktion runter"

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  • Der russische Winter naht, es wird Zeit für Stalingrad II.
    Das ist der EU-Politiker Kalkül, denn damit werden gleich mehrere Probleme gelöst:
    -die Jugendarbeitslosigkeit wird beseitigt
    -in einem weitestgehend vernichteten Europa wird die Nachfrage wieder enorm sein.
    (Falls Jemand überlebt, außer den Politikern in ihren separat Bunkern).
    When will they ever learn??

  • Alles Wasser auf die Mühlen der AFD, denn die haben als einzige politisch Kraft diese Entwicklung im Sog der völlig aberwitzigen EU- und EUR-Währungspolitik vorhergesagt.
    Dazu muss man auch kein Prophet sein, sondern lediglich die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen wollen und können.
    Die Merkel-CDU dagegen macht mittlerweile jedes sozialistische Abenteuer mit ... unfassbar.

  • Stimmt! Vom gegenseitigen Haare schneiden und der Verwaltung desselben kann kein Staat leben! Deutschlands Wohlstand basiert auf unserer Industrie, unseren technischen Innovationen und nicht auf unseren Politikern und Beamten! Die verkaufen den in Jahrzehnten aufgebauten sozialen Wohlstand auf Grund politischer Profilierungssucht und dem Willen als große Politiker in die Geschichtsbücher einzugehen.
    Unsere Politiker gehen in die Geschichtsbücher ein, jedoch nicht als das, was sie sich wünschen!

  • Bald wird die Produktion wieder hoch gefahren.

  • Wenn es hilft, dass die EU kollabiert und der Michel endlich kapiert, was es heißt, im US-Konvoi der Vasallen zu rudern, dann ist mir das alles sehr recht! Hoffentlich knallt es so laut und vernehmlich, dass die verantwortlichen Politiker sich nicht davonstehlen können...

  • Nun das kommt davon, wenn die Wirtschaft der Politik das Primat überläßt. Hat übrigens noch nie funktioniert, weder im dritten Reich noch in der DDR. Als Konsequenz sollte die Wirtschaft den politischen Parteien den (Spenden-)Geldhahn zudrehen, ebenso den parteibeherrschten Medien (Anzeigengeschäft). Bis diese (wieder) erkennen, WER in einer Volkswirtschaft das Geld verdient und (wieder) DEUTSCHE (Wirtschafts-) Interessen vertreten.

  • Merkel arbeitet nur auf Befehl Washingtons. Auch die Sanktionen wurden von Obama gefordert.
    Dass die Wirtschaft schwächelt und immer mehr schwächelt, weiß doch schon lange jeder der nur halbwegs Hirn hat.
    6 Mio Arbeitslose, das kann schneller passieren, als unsere Politiker in Berlin sich das vorstellen können.
    2. Weimar?

  • Sanktionen und Kriegstreiberei schaffen keine Arbeitsplaetze, wer haette das gedacht?
    Offensichtlich jeder der halbwegs intelligent ist. Unsere Politiker sind entweder strohdumm oder sie fahren die Wirtschaft mit Absicht gegen die Wand. Befehl aus Washington und/oder Bruessel?

  • Ist doch gut. Dann wird kein Geld verdient, wo nichts verdient wird, kann nichts versteuert werden, wenn keine Arbeit da ist, kann man Leute entlassen, die wiederum Gelder vom Staat benötigen.

    Wo nichts mehr ist, kann auch nichts mehr verteilt, oder sinnlos verpulvert werden.

  • Na ja, irgendwann musste sich die stümperhafte, gegen jegliche Vernunft gerichtete Wirtschaftspolitik der CDU/CSU/FDP und teilweise SPD ja "bezahlt" machen. Jetzt haben die USA uns dort, wo sie uns am liebsten sehen... am Boden, als Bittsteller. - Nun gut, der kluge Mann macht sich demnächst auf nach SE Asien. Ciao

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