Bundeswirtschaftsministerium
Industrie mit größtem Auftragsminus seit November

Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern sinkt zum Halbjahr überdurchschnittlich, besonders Großaufträge fehlen. Konsumgüter sind bei Verbrauchern jedoch sehr gefragt. Das regt auch den Ökonomen-Optimismus an.
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BerlinDie deutsche Industrie ist mit einem überraschend deutlichen Auftragsminus ins zweite Quartal gestartet. Die Firmen sammelten im April 2,3 Prozent weniger Bestellungen ein als im März, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies war der stärkste Rückgang seit November. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Minus von 1,0 Prozent erwartet, nach dem Plus von 2,3 Prozent im März. Dem Ministerium zufolge gab es ungewöhnlich wenig Großaufträge. Zum gesamten ersten Quartal stagnierten die Orders weitgehend. Zudem hätten die Bestellungen – bereinigt um Großaufträge und jahreszeitliche Schwankungen – 2013 von Monat zu Monat zugenommen, betonte das Ministerium. „Dies spricht dafür, dass die deutsche Industrie allmählich ihre Schwächephase überwindet.“

Vor allem die Inlandsnachfrage schwächelte. Hier sanken die Aufträge um 3,2 Prozent. Die Auslandsorders gingen um 1,5 Prozent zurück; hier fiel besonders ein Rückgang von 3,6 Prozent im Geschäft mit der Euro-Zone ins Gewicht.

Im Vergleich der einzelnen Industriesparten mussten die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen mit 3,6 Prozent das größte Minus hinnehmen. Auch hier schwächelte das Geschäft mit Euro-Partnern, wo der Rückgang mit sieben Prozent kräftig ausfiel. Produzenten von Verleistungsgütern wie Chemikalien und Verpackungen erhielten 1,9 Prozent weniger Bestellungen. Die Nachfrage von Konsumgütern hingegen stieg um 7,5 Prozent. Grund dafür sei etwa ein großes Plus im Auslandsgeschäft der Pharmaindustrie, hieß es beim Statistischen Bundesamt.

Nach der kräftigen Konjunkturdelle Ende 2012 schaffte die gesamte deutsche Wirtschaft Anfang dieses Jahres nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent. Für das zweite Quartal erwarten die meisten Ökonomen ein stärkeres Anziehen der Konjunktur, das Berliner DIW-Institut taxiert den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes auf rund 0,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der rutsch beschleunigt sich, ist aber normal auf einer schiefen ebene.

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