Bush unterstützt WTO-Beitritt
Vietnam gerät in Chinas Wachstumssog

Vietnam wird wohl im Oktober der Welthandelsorganisation (WTO) beitreten. Nach dem Abschluss von 28 bilateralen Handelsabkommen zweifeln Diplomaten in Hanoi nicht mehr an dem Termin.

HANOI. Der Zeitpunkt ist geschickt gewählt. Im November wird Vietnam erstmals als Gastgeber des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) auftreten. Für den neuen Ministerpräsidenten Nguyen Tan Dung ist dies die erste Gelegenheit, sich den Staats- und Regierungschefs der 21 Apec-Mitgliedsländer – darunter George W. Bush und Wladimir Putin – als Wirtschaftsreformer und das südostasiatische Entwicklungsland als einen der dynamischsten Wachstumsmärkte Asiens zu präsentieren.

Anfang Juni unterzeichnete Vietnam ein bilaterales Handelsabkommen mit den USA. Der Vertrag liegt noch im Kongress, „aber Bush will nicht mit leeren Händen nach Hanoi kommen“, glaubt ein Diplomat. Der US-Präsident unterstützt engagiert Vietnams WTO-Beitritt. Mehr als 30 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges will er das Verhältnis zu Hanoi ausbauen, auch um Chinas Einfluss einzudämmen. Denn Vietnam gerät zunehmend in den Sog der chinesischen Wirtschaftsdynamik. So zeigt sich die neue Führung unter Dung – trotz historischer Animositäten – freundlicher gegenüber der Regierung in Peking.

„Der WTO-Beitritt bringt Vietnam einen neuen Wachstumsschub“, erwartet Oliver Massmann, Wirtschaftsanwalt in Hanoi. Seit Jahren boomen die ausländischen Direktinvestitionen. Die bisherige Rekordmarke der Auslandsinvestitonen im Jahr 2005 „könnte in diesem und im kommenden Jahr übertroffen werden“, glaubt Klaus Rohland, Weltbank-Chef in Hanoi. Eine eigene Produktion in Vietnam gilt vielen Investoren auch als Rückversicherung gegen politische Risiken in China.

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