Business Monitor
Unternehmen planen Joboffensive

Der Handelsblatt Business-Monitor zeigt es: Die Investitionsbereitschaft der Firmen ist so groß wie lange nicht mehr. Das hat positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Der DIHK rechnet mit 300 000 neuen Stellen. Für 2011 rechnet der Verband mit einem Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent, für 2010 prognostiziert er 3,4 Prozent.
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FRANKFURT. Es spreche viel dafür, dass die Wirtschaftsleistung bereits 2011 wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen könne, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Mittwoch. Der DIHK ist für das kommende Jahr positiver gestimmt als die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die lediglich plus zwei Prozent vorhersagen. Ihren Optimismus zieht die Kammer aus ihrer Herbstumfrage unter 28 000 Unternehmen.

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im kommenden Jahr im Schnitt unter die Marke von drei Millionen sinken, erwartet der DIHK. Das wäre das erste Mal seit 1992. Die deutsche Wirtschaft profitiere davon, dass die Investitionstätigkeit in Gang komme und dank der guten Lage am Arbeitsmarkt auch der private Konsum an Fahrt gewinne. Im Ausland seien dagegen Risiken erkennbar, sagte Wansleben: "Der Industrie macht Sorge, dass die Konjunktur in den USA, in Japan und in Teilen Europas bisher kaum in Gang gekommen ist."

Der Aufschwung in Deutschland erfasst auch immer stärker den Arbeitsmarkt. "Die Drei-Millionen-Grenze bei der Arbeitslosenzahl wird bereits in Kürze unterschritten", sagte der Wansleben vorab dem Handelsblatt. Im September verfehlte die Arbeitslosenzahl die wichtige Symbolmarke nur knapp, die Bundesagentur für Arbeit meldete 3,031 Millionen erwerbslose Menschen.

Im Gesamtjahr 2011 rechnet Wansleben mit einem Zuwachs von 300 000 Stellen. Damit wären im Jahresdurchschnitt weniger als drei Millionen Menschen arbeitslos. Das deckt sich mit der Prognose der Wirtschaftsforschungsinstitute im kürzlich veröffentlichten Herbstgutachten.

Business Monitor untermauert den Trend

Der Handelsblatt Business-Monitor untermauert diesen Trend: 38 Prozent der im Auftrag dieser Zeitung und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragten knapp 800 Top-Manager wollen in den kommenden zwölf Monaten Mitarbeiter einstellen. Nur neun Prozent planen, die Zahl ihrer Beschäftigten zu verringern. So groß wie derzeit mit 29 Punkten war der Saldo zuletzt vor drei Jahren.

In der Industrie, die vor allem dank der starken Auslandsnachfrage der hiesigen Wirtschaft zu einer unerwartet kraftvollen Erholung verholfen hatte, ist die Einstellungsbereitschaft besonders groß: Mehr als die Hälfte der Manager plant Neueinstellungen. Dagegen haben gerade einmal sechs Prozent vor, ihre Mitarbeiterzahl zu senken. Maschinenbauer und Elektrotechniker zählen auch laut DIHK-Umfrage zu den Bereichen mit der höchsten Einstellungsbereitschaft. Noch größer ist der Bedarf an Arbeitskräften in der Gesundheitswirtschaft.

Wie substanziell das Vertrauen der von Psephos befragten Wirtschaftselite in den Aufschwung ist, zeigen ihre Investitionspläne: So groß wie derzeit war die Investitionsbereitschaft noch nie, seit der Handelsblatt Business-Monitor 1999 startete. 48 Prozent planen, in den nächsten zwölf Monaten ihre Investitionen zu erhöhen, nur sechs Prozent wollen ihre Investitionen drosseln.

Die Einschätzung namhafter Ökonomen, die deutsche Wirtschaft werde auch in den kommenden Jahren das Wachstum in der Euro-Zone antreiben, teilt eine breite Mehrheit von 86 Prozent der Manager. Die durch jahrelange Lohnzurückhaltung gewonnene Wettbewerbsfähigkeit sehen drei Viertel als das größte Plus.

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