797 Manager wurde gefragt
Wirtschaft gibt Union schlechte Noten

Der Ansehensvorsprung, den die Union in der deutschen Wirtschaft vor der Bundesregierung genießt, schmilzt dahin: Nach einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblattes (Donnerstagausgabe) unter Führungskräften der Wirtschaft erreicht die Union im Juli nur noch eine Durchschnittsnote von 3,5 (Juni: 3,4), während die Bundesregierung von 3,8 auf 3,7 zulegen konnte.

DÜSSELDORF. Zum Vergleich: Im Februar lag Rot-Grün auf der Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) noch bei 4,4, die Union dagegen bei 3,0. Bei der rot-grünen Bundesregierung setzt sich der Aufwärtstrend der letzten Monate zwar fort - die Zahl der Skeptiker ist seit Juni um sechs Prozentpunkte gesunken - , aber die Unzufriedenheit überwiegt immer noch deutlich (62 %).

Die Union hat im Juli erstmals seit Dezember 2001 mehr Ablehnung (51% „schlecht“ oder „sehr schlecht“) als Zustimmung (48% „befriedigend“ oder „gut“) bekommen. Vor allem bei Großunternehmen ist die Unzufriedenheit mit Merkel, Stoiber und Co. ausgeprägt - die Manager vergeben die Note 3,8. CDU-Chefin Angela Merkel wird nur wenig besser beurteilt als ihre Partei: Sie liegt seit Mai stabil bei Note 3,4.

Kanzler Gerhard Schröder (SPD) liegt mit Note 3,6 (Juni: 3,7) leicht vor seiner Regierung. Spitzenreiter im Kabinett ist nach wie vor Außenminister Joschka Fischer (Grüne): Er hat mit 2,9 erstmals seit Oktober 2002 wieder eine Zwei vor dem Komma. Ihre Enttäuschung über Finanzminister Hans Eichel (SPD) haben die Manager in den Führungsetagen noch nicht überwunden: Er liegt bei 4,0 (Juni: 4,1). Etwas zurück fällt Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD), der mit 3,3 (Juni: 3,2) aber immer noch bei der Mehrheit der Manager auf Zustimmung trifft (60 %).

Unverändert flau ist die Resonanz auf die Leistungen der FDP im Juli. Die Liberalen werden mit 3,7 benotet, fast zwei Drittel (62 %) sind negativ gestimmt. Parteichef Guido Westerwelle ist mit 3,8 weiterhin eher unbeliebt, wenn auch in etwas geringerem Maß als noch im Juni (3,9).

Im Auftrag des Handelsblattes befragt das PSEPHOS-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaften seit Februar/März 1999 neun Mal pro Jahr ein repräsentatives Panel von deutschen Top-Entscheidern. Für die Panel-Welle Juli/August 2003 wurden 797 Manager vom 17. Juli bis zum 1. August mit einem standardisierten Fragebogen telefonisch befragt.

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