Ansehen der Bundesregierung bei der Wirtschaft deutlich gefallen
Top-Manager gegen Abkehr vom Sparkurs

Deutsche Spitzenmanager lehnen eine Lockerung des Sparkurses durch die Bundesregierung mehrheitlich ab. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts sowie der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter rund 800 Führungskräften der deutschen Wirtschaft.

BERLIN. Nur 15 % sind demnach für eine Abkehr vom Konsolidierungskurs zu Gunsten einer höheren Neuverschuldung. 46 % wollen am Sparkurs festhalten, 38 % ihn sogar verschärfen. Generell ist die Zufriedenheit mit der Bundesregierung im Mai kräftig gesunken – allerdings hat auch die Union erheblich an Sympathie verloren.

In einigen Branchen sind die Gegner des Sparkurses allerdings um einiges stärker: Im Baugewerbe etwa ist mit 21 % mehr als jeder Fünfte dafür, die fiskalischen Zügel zu lockern, ebenso im verarbeitenden Gewerbe außerhalb der Metall- und Elektroindustrie. Die radikalen Sparer sitzen dagegen in der Chemie- und Energiebranche: Dort sind nur 6 % für mehr Schulden, 47 % wollen unverändert sparen und 45 % sogar verschärft. Auch in den Branchen Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung (42 % für Verschärfung, 46 % für Fortführung) und in der Metall- und Elektroindustrie (44 %, bzw. 41 %) gibt man der Haushaltskonsolidierung Priorität.

Auch bei der regionalen Betrachtung gibt es Unterschiede: Die Spargegner sitzen mit 20 % vor allem im Osten, dafür sind im Norden (42 %) und in der Mitte Deutschlands (40 %) die Befürworter eines noch schärferen Sparkurses überrepräsentiert. Im Süden dagegen wollen 50 % weder eine Verschärfung noch eine Lockerung des Sparkurses sondern ein Festhalten am Kurs. Besonders heftig ist die Abneigung gegen eine Abkehr vom Sparkurs zu Gunsten einer höheren Neuverschuldung bei den Jüngeren ausgeprägt: 50 % der unter 40-Jährigen wollen die Sparanstrengungen sogar noch verschärfen, 36 % zumindest beibehalten. Die Älteren pendeln um den Durchschnitt.

Die Unzufriedenheit mit Regierung in der Wirtschaft ist im Mai spürbar angestiegen: Sie erhält derzeit die Durchschnittsnote 4,0 auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht) – im April lag sie noch bei 3,8. 78 % halten das Kabinett derzeit für „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Nach wie vor sieht man dabei in Ostdeutschland die Regierung in etwas milderem Licht (3,8).

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