Außenwirtschaftliche und handelspolitische Interessen
Top-Manager loben deutsche Außenpolitik

Deutsche Top-Manager beurteilen die Außenpolitik der Bundesregierung sehr positiv. Mit der konkreten Vertretung der deutschen Wirtschaftsinteressen vor Ort sind die Führungskräfte allerdings deutlich weniger zufrieden.

FRANKFURT. Das Ergebnis zeigt der Handelsblatt Business-Monitor, eine Umfrage des Psephos-Instituts unter knapp 800 Führungskräften der hiesigen Wirtschaft im Mai.

Das gesamte außenwirtschaftliche Dienstleistungsangebot der Bundesrepublik bewerten die Führungskräfte auf einer Skala von eins („sehr gut") bis fünf („seher schlecht“) mit 2,6. Großunternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten sind etwas zufriedener als kleine und mittlere: Während über alle Unternehmensgrößen hinweg weniger als 40 Prozent die Note eins oder zwei vergeben, sind das bei den großen Konzernen knapp 60 Prozent. „Marktmacht bringt es mit sich, dass man sich auch politisch gut artikulieren kann“, sagt dazu DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Ein wichtiger Ansprechpartner für deutsche Unternehmen im Ausland sind die deutschen Botschaften vor Ort. Die außenwirtschaftlichen und handelspolitischen Interessen vertreten sie allerdings nicht zur großen Zufriedenheit der Unternehmen, ergibt die Handelsblatt-Umfrage.

Zwölf Prozent der Befragten stufen die Arbeit der Botschaften als „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ein. Mehr als ein Drittel meint, die Botschaften vertreten die Interessen des deutschen Außenhandels befriedigend und nur 17 Prozent loben ihre Arbeit als „gut“.

Am kritischsten bewerten die Führungskräfte quer über alle Branchen hinweg, wie die deutschen Botschaften die außenwirtschafts- und handelspolitischen Interessen spezieller Branchen im Ausland vertreten. Zufrieden sind weniger als zehn Prozent. Als „befriedigend“ und „schlecht“ stuften die meisten Manager die Vertretung konkreter branchenspezifischer Interessen ein. Die Durchschnittseinstufung liegt bei 3,3.

Deutlich besser als die konkrete Hilfe vor Ort bewerten die Befragten das außenpolitische Auftreten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das mit 2,1 positive Urteil fällen sowohl Unternehmen mit einer geringen als auch Unternehmen mit einer hohen Exportquote. Mit dieser Durchschnittsbewertung schneidet die Regierungschefin sogar noch besser ab als bei der aktuellen Bewertung ihrer Regierungsarbeit, für die die Manager ihr die Note 2,6 zuschreiben.

Vor allem Großunternehmen loben das Auftreten der Bundeskanzlerin im Ausland: 90 Prozent aller Manager in Unternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten nennen Merkels Arbeit sehr gut oder gut. Die außenpolitische Grundlinie der gesamten Bundesregierung beurteilen die Führungskräfte zwar etwas weniger euphorisch als das außenpolitische Auftreten der CDU-Chefin – aber auch diesbezüglich herrscht zustimmender Konsens. Zusammen 60 Prozent vergeben das Urteil „sehr gut“ (zwei Prozent) oder „gut“ (58 Prozent).

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