Business Monitor International
Europas Top-Manager erwarten wenig von Olympia

Einen Monat vor den Olympischen Spielen zeigt Chinas politische Charmeoffensive offenbar Erfolg. Die Bilder von der Niederschlagung der Demokratiebewegung in Tibet sind fast vergessen. Bei Europas Wirtschaftselite aber überwiegt beim Blick auf Olympia noch die Skepsis.

FRANKFURT. Die Zahl der Politiker, die über einen Boykott der Eröffnungsfeier nachdenken, wird kleiner. Nach US-Präsident George W. Bush kündigte am Wochenende auch Japans Premier Yasuo Fukuda an, an der Zeremonie teilzunehmen.

Bei Europas Wirtschaftselite überwiegt dagegen beim Blick auf Olympia noch die Skepsis, wie aus dem Handelsblatt Business-Monitor International hervorgeht, einer exklusiven Umfrage im Auftrag dieser Zeitung und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter knapp 1 200 Führungskräften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Italien. Gerade einmal 14 Prozent der Top-Manager, die die Marktforschungsinstitute Psephos, Innofact AG und Marketagent im Juni in den sechs Ländern befragt haben, erwarten, dass das sportliche Großereignis das Image des Gastgeberlandes nachhaltig verbessern wird.

Von den mehr als 500 Befragten, die bereits geschäftliche Beziehungen zur Volksrepublik pflegen oder planen, rechnen nur 23 Prozent mit einer Belebung ihres China-Geschäfts durch Olympia. Fast drei von vier Managern (72 Prozent) erwarten dagegen keinerlei Auswirkungen. In der deutschen Wirtschaftselite ist die Skepsis dabei am größten. Die positivste Einschätzung liefern noch die britischen Führungskräfte: Auf der Insel meinen vier von zehn Befragten, die Olympischen Spiele könnten ihr Geschäft mit China ankurbeln.

Die Volksrepublik zählt seit Mitte der 90er-Jahre zu den bedeutendsten Forschungs- und Innovationsstandorten und zieht verstärkt ausländische Direktinvestitionen an. Allerdings gerät das Land wegen Verstößen gegen die Menschenrechte auch immer wieder stark in die Kritik. So wurde der olympische Fackellauf mehrfach von Demonstranten unterbrochen, die gegen Chinas Tibet-Politik protestierten. Auch Japans Premier Fukuda räumte jetzt, als er seine Teilnahme an der Eröffnungsfeier zusagte, ein, dass es noch „Probleme“ in China gebe. Das Land sei aber auf dem Wege, die Verhältnisse zu verbessern.

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