Business-Monitor international
Firmen halten Börsenpläne zurück

Wer pokert, hält sein Blatt verdeckt. Ähnlich halten es deutsche Firmen mit Aussagen zu möglichen Börsengängen, obwohl diese boomen wie seit Jahren nicht mehr. Offener geben sich Unternehmen aus dem europäischen Umland.

scc FRANKFURT. Die Firmen streben an die Börse wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Trotzdem will sich kaum ein Unternehmen dabei in die Karten schauen lassen. Nur ein Prozent der 844 vom Marktforschungsinstitut Psephos, der Innofact AG und von Marketagent befragten Unternehmen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz gab an, in nächster Zeit ernsthaft den Börsengang zu planen. Das geht aus dem Business-Monitor im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp., hervor.

Gerade die deutschen Unternehmen sind bei diesem Thema extrem verschwiegen. Kaum eines gab offen seine Börsenpläne zu. Und gerade mal zwei Prozent der insgesamt 322 befragten deutschen Gesellschaften räumten ein, zumindest eventuell dieses Thema in Kürze angehen zu wollen.

Deutlich offener sind hier die Italiener, Franzosen und Österreicher. Drei Prozent von insgesamt 119 italienischen Firmen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben ihre Börsenpläne zu, zwei Prozent wollen eventuell sogar schon bald den Sprung auf das Parkett wagen. Ähnlich sieht die Situation bei den insgesamt 133 französischen Gesellschaften aus, die an der Befragung teilnahmen. Auch hier sind es jeweils zwei Prozent der Unternehmen, die ernsthaft ihr Börsendebüt planen beziehungsweise dieses eventuell vorhaben. In Österreich haben zwei Prozent der 43 teilnehmenden Unternehmen ernsthafte Börsenpläne, fünf Prozent wollen eventuell auf das Parkett.

Als Hauptgrund für den Börsengang nannten die meisten der interessierten Gesellschaften noch immer das „ frische Kapital“. Immerhin 30 Prozent der Unternehmen nutzen es für mögliche Übernahmen, zum Ausbau des Geschäftes oder zum Schuldenabbau. Aber bereits knapp dahinter rangieren mit 23 Prozent der größere Bekanntheitsgrad, zu dem ein Börsengang außerhalb der eigenen Branche verhilft sowie, dass die Finanzierung derzeit nach Meinung der befragten Firmen nirgendwo günstiger ist als über die Börse. Die hohen Bewertungen der letzten Emissionen unterstützen diese Einstellung.

Geteilter Meinung sind die potenziellen Börsenkandidaten darüber, ob das gute Börsenklima eine mögliche Emission tatsächlich unterstützt. 42 Prozent der insgesamt 25 Gesellschaften, die sich europaweit dazu äußerten, versprechen sich davon eine klare Unterstützung, 47 Prozent glauben an keinerlei Einfluss.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%