Business Monitor
Manager geben Beck schlechte Noten

Handelsblatt-Umfrage unter Managern: Kurt Beck, der Parteichef der Sozialdemokraten, liegt im Ansehen weit hinter Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Das Ergebnis ist für die SPD fatal, denn Merkels überragende Popularität strahlt auf die Partei ab.

BERLIN. Nach dem Ergebnis des neuen Handelsblatt Business-Monitors hat Beck erhebliche Akzeptanzprobleme. So liegt er in der Gunst der befragten Manager abgeschlagen mit der Note 3,8 hinter anderen Spitzenpolitikern. Das höchste Ansehen aller Sozialdemokraten genießt danach Bundesaußenminister Steinmeier. Die Wirtschaftselite beurteilt seine Arbeit ebenso wie die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 2,4 und damit etwas besser als im Frühsommer. Finanzminister Steinbrück wird nach 2,6 im Frühjahr dagegen nun mit 2,7 bewertet, Arbeitsminister Franz Müntefering nur mit 3,4.

Die Wertschätzung der deutschen Top-Manager für Bundeskanzlerin Merkel blieb im Sommer ungebrochen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die CDU-Politikerin an ihrem Profil schraubte – und es beinahe sozialdemokratische Züge annahm. Es sei ihr Ziel, den Aufschwung zu stärken und „alle Bürger teilhaben“ zu lassen, sagte die Regierungschefin bei der Kabinettsklausur in Meseberg etwa. Und die auf Drängen der SPD vereinbarte Ausdehnung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf die Post nannte sie „ganz pragmatisches Handeln“.

Dass die Kanzlerin bei den Spitzenmanagern nach wie vor die höchste Wertschätzung des gesamten Kabinetts für ihre Arbeit genießt, zeigt der Handelsblatt Business-Monitor, eine exklusive Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. unter knapp 800 Führungskräften im August. Die Wirtschaftselite beurteilt Merkel auf einer Notenskala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“) unverändert mit 2,4.

Auch in einer Umfrage des Forsa-Institutes kletterte die Regierungschefin zuletzt weiter nach oben. Gefragt, wen sie direkt zum Kanzler wählen würden, wenn sie dies könnten, entschieden sich 59 Prozent für Merkel. Damit erklomm die Kanzlerin den besten Wert seit der Bundestagswahl 2005 – und vergrößerte den ohnehin bereits großen Vorsprung gegenüber dem SPD-Chef Kurt Beck noch dramatisch: Für ihn würden lediglich 18 Prozent stimmen.

Die gesamte Union erreichte in der Forsa-Umfrage gar ein neues Jahreshoch und den besten Wert seit Anfang 2006. Dass die Sozialdemokraten leicht an Ansehen verloren, vergrößerte den Abstand zwischen beiden Regierungslagern erneut.

Wie sehr die Union von der hohen Beliebtheit ihrer Vorsitzenden Merkel profitiert, spiegelt sich auch im Handelsblatt Business-Monitor wider: Die Führungskräfte beurteilten die CDU/CSU mit 2,8 und damit noch einen Hauch besser als bei der letzten Umfrage im Juni (2,9). Mit einer drei vor dem Komma bewerten die Manager unter den Unionspolitikern nur Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU): Er steht mit 3,2 genau so mittelmäßig da wie bereits seit dem Frühling diesen Jahres.

Dass die Pause im Berliner Bundestag ohne richtiges „Sommertheater“ zu Ende ging und die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft ihre Urteil über die wichtigsten Bundespolitiker kaum änderten, zeigt sich auch beim Blick auf die Opposition: Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle verbesserte sich von 3,7 auf 3,6 und damit nur geringfügig, während seine Partei weiter mit 3,7 eingestuft wird. Die Grünen steigerten sich um ein Zehntel und werden nun mit 3,7 bewertet. Und die Linkspartei bleibt unter den Spitzenmanagern mit 4,5 klar am unbeliebtesten.

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