CDU-Chefin Merkel gewinnt deutlich an Respekt
Top-Manager kehren der FDP den Rücken

Wie sieht der typische FDP-Wähler aus? Er ist Führungskraft in einem deutschen Großunternehmen. Doch das war einmal: Im Business-Monitor, einer repräsentativen Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts unter deutschen Top-Managern, erzielen die Liberalen seit Monaten schlechte Noten.

DÜSSELDORF. Und nach dem jüngsten Führungsstreit nähert sich das Ansehen der FDP im Oktober wieder den historischen Tiefständen vom Jahresende 2002. Die Union dagegen ist im Ansehen spürbar gestiegen – vor allem CDU-Chefin Angela Merkel.

Die FDP ist auf einer Skala von 1 („sehr gut“) bis 5 („sehr schlecht“) von 3,7 im September auf 4,0 abgestürzt. Parteichef Guido Westerwelle erhält die Note 4,1. 34 % der Befragten halten seine Leistung für „sehr schlecht“, 23 % fällen dieses Urteil über die FDP. Weitere 53 % geben der Partei die Note „schlecht“, ihrem Chef 45 %. Verdruss herrscht vor allem in Großunternehmen: Dort geben der FDP 87 % schlechte Noten, Westerwelle gar 92 %.

Ganz anders ist das Bild bei der Union: Ihr Ansehen steigt von 3,6 im September auf 3,4 an. 60 % halten die Leistungen der Union für „gut“ oder „befriedigend“. Und der Respekt für CDU-Chefin Merkel ist geradezu sprunghaft angestiegen – von 3,5 im September auf 3,0 im Oktober. Nur noch 29 % finden, sie mache ihre Sache „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Im September waren es noch 48 %. Auffällig dabei: Die Zufriedenheit wächst mit dem Alter. Die unter 40-Jährigen gaben Merkel im Schnitt die Note 3,2, darüber wird die Benotung schrittweise besser bis 2,9 bei den über 60-Jährigen.

Die rot-grüne Bundesregierung ist dagegen im Ansehen gesunken: Ihre Reformanstrengungen werden in den deutschen Vorstandsetagen offenbar nicht honoriert. Die leichte Aufhellung im Sommer (3,7) ist schon wieder Vergangenheit: Im Oktober fällt die Note wieder auf 3,9 zurück. Die Ansehenskurve von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) verläuft weiterhin parallel zu der seiner Regierung: Er kommt auf 3,8 (September: 3,7). Vor allem unter den Jüngeren kommt Schröder schlecht an: Die unter 40-Jährigen geben ihm eine 4,1, die über 40-Jährigen bewerten ihn mit 3,8 bzw. 3,7 milder.

Die übrigen Kabinettsmitglieder stehen im Oktober ebenfalls nicht gut da. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) fällt auch in diesem Monat bei 85 % der Befragten durch und sackt von 4,1 im September auf die Note 4,3 im Oktober ab. Damit hat der einstige Star im Kabinett Schröder seinen persönlichen Negativrekord von 4,4 im Dezember 2002 fast wieder erreicht.

Und auch die beiden Minister, die bisher durchaus positive Bewertungen einfuhren, fallen im Oktober zurück: Außenminister Joschka Fischer (Grüne) von 3,0 auf 3,1 sowie Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) noch deutlicher von 3,2 auf 3,4. Clements Gegner sitzen vor allem in Norddeutschland: Dort gibt man ihm die Note 3,6. In der Mitte Deutschlands (3,4) und im Süden (3,3) sieht man Clement positiver. In Ostdeutschland kommt er sogar auf die Note 3,2 – allerdings neigen die ostdeutschen Befragten durchgängig zu einer besseren Bewertung. Auch in der Branchenbetrachtung gibt es Divergenzen, was Clements Ansehen betrifft: Im Dienstleistungs- und Baugewerbe kommt er vergleichsweise besser weg und erreicht die Note 3,2; in den anderen Branchen eine 3,4 bis 3,5.

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