Entscheider fordern zuerst niedrigere Lohnnebenkosten
Manager erwarten wenig vom "Job-Gipfel"

Eine Wende am Arbeitsmarkt ist bis Mitte kommenden Jahres nicht in Sicht. Das zeigt der aktuelle Handelsblatt Business-Monitor, eine repräsentative Umfrage unter deutschen Führungskräften. Das Berliner Meinungsforschungsinstitut Psephos hat vom 22. März bis zum 8. April 845 Top-Manager im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragt.

pbs DÜSSELDORF. Gut die Hälfte der Führungskräfte (52 Prozent) will die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden zwölf Monaten konstant halten. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Umfrage im März. Seit gut eineinhalb Jahren zeigt sich nun schon dieses Bild. Nur 21 Prozent der Manager wollen künftig die Zahl der Mitarbeiter erhöhen, das ist nur ein Prozentpunkt mehr als im März. 28 Prozent planen dagegen, Stellen abzubauen – ein Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber dem März-Monitor.

Die Absichtserklärungen der Parteien auf dem „Job-Gipfel“ Mitte März haben bei Deutschlands Top-Managern ganz offenbar keinen Stimmungsumschwung ausgelöst. Das ist nicht verwunderlich. Denn aus Sicht der Manager ist eine Senkung der Unternehmenssteuern keinesfalls die wichtigste Maßnahme zur Schaffung neuer Arbeitplätze. Für 73 Prozent der Führungskräfte ist eine Senkung der Lohnnebenkosten am wichtigsten. Dahinter steht die Lockerung des Kündigungsschutzes, der Abbau von Bürokratie und flexiblere sowie längere Arbeitszeiten. Erst auf Platz sechs der gewünschten Maßnahmen kommt eine Senkung der Unternehmensteuern.

Kein Wunder, dass nur eine kleine Minderheit von vier Prozent der Führungskräfte erwartet, dass die auf dem Jobgipfel verabredete Steuersenkung sehr positive Auswirkungen auf die Konjunktur-Aussichten haben. Knapp ein Drittel (32 Prozent) erwartet gar keine Folgen für die Gesamtwirtschaft, während 63 Prozent zurückhaltend mit „eher positiven“ Effekten rechnen.

Von den Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland haben die meisten Manager weiterhin keine hohe Meinung. Fast sechzig Prozent der Befragten finden, dass die gegenwärtigen Standortbedingungen „eher schlecht“ sind, zehn Prozent halten sie sogar für „schlecht“. Die übrigen dreißig Prozent sprechen von „guten“ oder „eher guten“ Bedingungen. Gegenüber dem Jahresanfang hat sich die Stimmung im März und April marginal verschlechtert. Besonders pessimistisch äußerten sich die Führungskräfte aus der Baubranche.

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