Exklusiv-Umfrage
Führungskräfte fordern mehr Ausländer für deutsche Betriebe

Unternehmer und Manager in Deutschland finden die von Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin angestoßene Migrationsdebatte sinnvoll. Doch sie kommen zu völlig anderen Schlüssen: Eine Mehrheit von ihnen wünscht sich eine verstärkte Zuwanderung – auch von Muslimen. Denn ohne ausländische Fachkräfte läuft in vielen Betrieben nichts mehr.
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Deutschlands Führungskräfte sind deutlich ausländerfreundlicher als der Durchschnitt der Bevölkerung. 56 Prozent der für den Handelsblatt Business-Monitor in der vergangenen Woche befragten Führungskräfte wünschen sich eine verstärkte Zuwanderung nach Deutschland. Zwei Drittel der Manager können die Aussage von CSU-Chef Horst Seehofer nicht bestätigen, Zuwanderer aus der Türkei und den arabischen Ländern hätten größere Probleme bei der Integration als Migranten aus anderen Ländern.

Die Führungskräfte der Exportnation Deutschland stehen den im Lande lebenden Ausländern grundsätzlich positiv gegenüber. Und: Sie sehen in einer gesteuerten Zuwanderung ein wichtiges Instrument, Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt zu vermeiden. Sie fürchten, die deutsche Gesellschaft könnte ohne Ausländerzuzug Wohlstandsverluste in Milliardenhöhe erleiden. 77 Prozent der befragten Spitzenkräfte befürworten daher ein Punktesystem für die geregelte Zuwanderung, wie es Kanada bereits 1967 eingeführt hat und das in Deutschland Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) fordert.

Die vom Hamburger Meinungsforschungsunternehmen Psephos im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. befragten 729 Führungskräfte der ersten Führungsebene aus Konzernen und Mittelstand äußerten sich erstmals auch zur Debatte um den ehemaligen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Eine Mehrheit von 86 Prozent hält die von ihm angestoßene Integrationsdiskussion für sinnvoll, „weil sie wichtige Probleme unserer Gesellschaft anspricht“.

Eine politische Führungsfigur allerdings können die Befragten in ihm nicht erkennen. In der gesamten Bevölkerung, das hat Emnid ermittelt, würde fast jeder fünfte Bürger eine Sarrazin-Partei wählen. Von den Managern können sich das nur sechs Prozent vorstellen.

Der Wunsch der Wirtschaft, Zuwanderung zu erleichtern, beschäftigt am morgigen Mittwoch auch die Spitzen der Bundesregierung. Merkel hat zu einem Integrationsgipfel geladen. Aus der Wirtschaft nehmen der Verleger Hubert Burda, der Chef der Bertelsmann-Stiftung sowie die Präsidenten von DIHK, Arbeitgeberverband und Handwerk teil. Dorit Heß

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  • Zur information: ich rede aus der berufspraxis: solche dr. titel Leute und Dr Titel Anwärter sitzen hochbezahlt in der bahnsicherheit und sind in der Qualitätsabteilung für ihr Leben verantwortlich in hochsicherheitskritischen bereichen.

  • ist doch klar: Die hochausgebildeten Dr. Titel Akademiker sitzen da und denken die Leiharbeiter wählen jetzt ein Fach einer Vorlesung, so wie kostenfrei an der Uni als Erststudent und sind damit für ihre Ausbildung doch eigenverantwortlich und haftbar.
    Halt wie in der Schule so wird ausgebildet. ich schöpfe als Akademiker kostenfrei das Wissen anderer ab und die Leiharbeiter haben gefälligst auch ihre Ausbildung mit den zugehörigen Kosten in einer Vorlesung selber zu tragen. Etwas anderes kennen die dort nicht.
    Ja und wenn es nicht klappt, sind die Arbeiter eben nicht richtig und müssen durch Arbeitsfähige Ausländer ersetzt werden.

    Geht ja so nicht, dass man das einfach automatisch nichts kann. und der betrieb nicht funktioniert.

    Weil an der Uni haben sie das nicht so erzählt. Hier wählt man eigenverantwortlich selber seine Fächer und stellt sie zusammen und arbeitet darin eigenverantwortlich und erhält seine Noten, weil man seine hausaufgaben richtig gemacht hat. wieso kann das die Ungebildete und einfache Leiharbeitschicht in Deutschland nicht? Die haben ein bildungsproblem. Darum brauchen wir jetzt Zuwanderung. Wir die Eliten haben das sagen. Wir sind schließlich die besten des Landes und bekommen an meisten Geld, weil wir so gut sind und die Eliten sind und das Land repräsentieren. Das steht uns zu, weil wir sind die besten.

  • Die Forderung der Unternehmen ist eine ungeheuerliche Provokation, der deutschen Arbeitnehmer. Wenn im Jahr ca. 100 000 deutsche das Land verlassen, hat die Regierung und vor allem die industrie etwas falsch gemacht. Wenn arbeitslose, keine changse bei Unternehmen erhalten, wenn arbeitslose in sinnlose Umschulungsmaßnahmen geschickt werden, um anschließend wider von Unternehmen abgelehnt zu werden, also Unternehmer was soll euer Hirnloses Geschrei??? Kümmert euch erst um die Arbeitslosen und qualifiziert sie, so wie ihr es braucht.
    Danke

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