Führungskräfte rechnen kurzfristig nicht mit Entspannung
Teure Rohstoffe würgen Konjunktur ab

Der anhaltende Höhenflug der Öl- und Rohstoffpreise bremst den Konjunkturaufschwung in Deutschland. Das ist die Einschätzung deutscher Top-Manager, die das Meinungsforschungsinstitut Psephos im Auftrag des Handelsblattes und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Anfang April befragt hat.

HB DÜSSELDORF. Die für den Handelsblatt Business-Monitor interviewten Führungskräfte erwarten mehrheitlich, dass diese ungünstige Tendenz in den kommenden zwölf Monaten anhalten wird.

Der dramatische Anstieg der Rohstoffpreise stellt viele Unternehmen dabei vor größere Probleme als der Ölpreis. Insgesamt 42 Prozent der Führungskräfte sehen das eigene Unternehmen als „sehr stark“ (15 Prozent) oder als „eher stark“ (27 Prozent) belastet. Die skeptischen Äußerungen in Bezug auf den Ölpreis sind mit insgesamt 33 Prozent (zehn Prozent sehr stark, 23 Prozent eher stark) deutlich geringer.

Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) hält einen spürbaren Rückgang der Ölpreise für „sehr“ oder „eher“ wahrscheinlich. Fast zwei Drittel (62 Prozent) halten eine Verbilligung in nächster Zeit für „eher unwahrscheinlich“, weitere 13 Prozent schließen sie sogar nahezu aus. In Bezug auf die Preise für wichtige Rohstoffe wie Stahl und Metalle äußerten sich die Befragten noch skeptischer. Hier rechnen nur 13 Prozent mit einer baldigen Entspannung. 66 Prozent halten sie für „eher unwahrscheinlich“, 19 Prozent sind sich fast sicher, dass das derzeitige Preisniveau in den nächsten zwölf Monaten Bestand hat. Die Einschätzungen variieren nach Branchenzugehörigkeit nur wenig. Großunternehmen sehen die Entwicklung aber nicht ganz so dramatisch wie kleine und mittlere Firmen.

Die robuste Weltkonjunktur hat die Rohstoffnotierungen auf neue Höchstwerte getrieben. Vor allem die starke Nachfrage aus China sorgte dafür, dass der breit gefasste CRB-Index von Januar 2004 bis März dieses Jahres um 26 Prozent in die Höhe kletterte. Nicht nur Öl, besonders Metalle wie Blei, Kupfer, Zink, Nickel und Aluminium verteuerten sich stark. Der starke Euro sorgte nur für wenig Entlastung. Auch für Stahl mussten die Kunden deutlich mehr bezahlen als noch vor 16 Monaten. Einige Stahlsorten verteuerten sich um bis zu 100 Prozent.

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