Führungskräfte: Standortklima kühlt sich im September ab
Unternehmen investieren vorsichtig

Im Einklang mit anderen Stimmungsbarometern wie dem Ifo-Geschäftsklima sind die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft mit den aktuellen Standortbedingungen etwas zufriedener als bisher. Gleichzeitig hat die Zuversicht, dass sich die Bedingungen in den nächsten zwölf Monaten verbessern, im September nachgelassen.

DÜSSELDORF. Hier gewinnen die Skeptiker sogar wieder leicht die Oberhand. Die Investitionsbereitschaft leidet darunter aber noch nicht. Das zeigt der Handelsblatt Business-Monitor im September, einer Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp.

Erweiterungsinvestitionen stehen danach mit 37 Prozent jedoch erst an dritter Stelle. Sie werden vorrangig von Großunternehmen und hier insbesondere in der Gruppe Bergbau, Mineralöl- und Energiewirtschaft, Chemie- und Kunststoffindustrie geplant. Das Schwergewicht der beabsichtigten Investitionsausgaben liegt in den nächsten zwölf Monaten weiter bei Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen. Dabei rangiert Ersatzbeschaffung mit 63 Prozent im Durchschnitt aller Unternehmen vor Rationalisierung mit 45 Prozent. Im Baugewerbe stehen Ersatzinvestitionen eindeutig im Vordergrund.

Auch nach der halbjährlichen Investitionsumfrage des Münchener Ifo-Instituts im verarbeitenden Gewerbe hat Ersatzbeschaffung eine größere Bedeutung als Rationalisierung. Dieser Wirtschaftszweig wird – so eine Ifo-Hochrechnung – seine Ausgaben für Bauten und Ausrüstungen 2004 voraussichtlich um nominal vier Prozent steigern.

Nach der Handelsblatt-Umfrage unter 871 Führungskräften im September planen ebenfalls mehr Unternehmen, ihre Investitionsausgaben zu erhöhen als zu senken. Der Anteil derjenigen, die eine Steigerung beabsichtigen, blieb unverändert bei 27 Prozent – und damit auf dem höchsten Wert seit Mai 2001. Überdurchschnittlich hoch ist die Bereitschaft in Dienstleistungsunternehmen.

Der Anteil aller Firmen, die Abstriche bei ihren Investitionen planen, erhöhte sich gleichzeitig nur um einen Prozentpunkt auf 20 Prozent. Die Quote ist damit ähnlich niedrig wie in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Weiterhin besonders stark ausgeprägt ist die Neigung zu Kürzungen im Baugewerbe, das im Gegensatz zur Industrie immer noch schrumpft. 53 Prozent der Unternehmen wollen nach Angaben ihrer Top-Manager die Investitionsausgaben in den nächsten zwölf Monaten konstant halten. Sie bleiben beim Saldo für das Investitionsklima unberücksichtigt. Dieser verringerte sich nur leicht von plus acht auf plus sieben Punkte.

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