Geschäfte
Entscheider fassen wieder Mut

Die Führungskräfte in großen europäischen Volkswirtschaften sind optimistisch für das kommende Jahr. Sowohl die Konjunktur in ihrem Heimatland als auch die Geschäfte ihres eigenen Unternehmens werden wieder besser laufen als im Krisenjahr 2009. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer exklusiven Umfrage unter mehr als tausend Spitzenmanagern.
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FRANKFURT. Die Unternehmen in den wichtigsten Volkswirtschaften Europas stellen sich für das kommende Jahr auf eine leichte Besserung ihrer Geschäfte ein. Rund zwei Drittel der Spitzenmanager aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und der Schweiz erwarten 2010 wieder höhere Umsätze als im Krisenjahr 2009.

Diese Werte ergeben sich aus dem Handelsblatt Business-Monitor International, einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 1000 Spitzenmanagern in Europa. Sie wird zwei Mal pro Jahr im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp organisiert.

Die Ergebnisse dieser Umfrage bestätigen die Einschätzung vieler Konjunkturforscher, wonach die Wirtschaft in Europa die Talsohle in diesem Sommer erreicht haben dürfte,nach insgesamt vier Quartalen mit fortlaufenden Produktionseinbrüchen. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prophezeite zuletzt, der Abschwung habe am Ende der "tiefsten Rezession seit 60 Jahren" nun "seine Talsohle" erreicht.

Umstritten bleibt jedoch, ob es noch in diesem Jahr oder erst im nächsten Jahr zu einer spürbaren Wende nach oben kommen wird. Immerhin gut 40 Prozent der befragten Firmenlenker in Europa rechnen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 mit einer besseren geschäftlichen Entwicklung als im ersten Halbjahr. Dabei zeigen sich jedoch je nach Land und je nach Branche große Unterschiede.

Die deutschen Unternehmer blicken zwar gegenwärtig ähnlich hoffnungsvoll in die Zukunft wie der Durchschnitt der europäischen Wirtschaftselite. In den letzten Monaten aber wurden sie von der Wucht des Wirtschaftseinbruchs überrascht, wie sich aus dem Handelsblatt-Business-Monitor ergibt, der auf einer Umfrage der Marktforschungsinstitute Psephos und Innofact beruht.

Danach räumen mehr als 40 Prozent der Manager im Nachhinein ein, ihre Geschäfte hätten sich im ersten Halbjahr 2009 schlechter als gedacht entwickelt. So eine starke Enttäuschung war in den anderen großen Volkswirtschaften Europas nicht spürbar.

Offenbar wiegten sich große Teil der deutschen Wirtschaft im letzten Jahr in der trügerischen Hoffnung, den globalen Einbruch besser abzufedern zu können als ihre Konkurrenten. Nun zeichnet sich für 2009 jedoch in Deutschland ein schärferer Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ab als in Frankreich, Großbritannien oder Italien.

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