Handelsblatt Business-Monitor
Beschäftigungsklima so günstig wie lange nicht

Das Standortklima in Deutschland ist weiterhin gut. Die Führungskräfte der Unternehmen setzen auf eine Verbesserung der Standortbedingungen in den nächsten zwölf Monaten. Und die Aussichten für eine steigende Beschäftigung sind so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das geht aus dem Handelsblatt Business-Monitor von April hervor, für den 806 Top-Manager befragt wurden.

Der Anteil der Unternehmen, die in den nächsten zwölf Monaten neue Mitarbeiter einstellen wollen, liegt nach der Umfrage mit 29 Prozent drei Punkte höher als in der vorherigen Erhebung im Februar und so hoch wie zuletzt Anfang 2001. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Belegschaft verkleinern wollen, ist geringer und verharrte bei 21 Prozent. Ähnlich positive Beschäftigungssignale kamen in den vergangenen Monaten vom Ifo-Geschäftsklima sowie von Umfragen unter Einkaufsmanagern bei der Industrie und Dienstleistern.

Die Neigung, mehr Arbeitsplätze zu schaffen als abzubauen, hat sich im April vor allem in kleinen Unternehmen verstärkt. Bei den Großunternehmen überwiegt dagegen weiterhin der Anteil derjenigen, die Stellen streichen wollen. Zusätzliche Arbeitsplätze sind nach dem neuen Handelsblatt Business-Monitor jetzt auch im bislang krisengeschüttelten Baugewerbe zu erwarten. Dies stimmt mit der jüngsten Mittelstandsumfrage der DZ Bank überein, die erstmals seit 1995 positive Personalplanungen am Bau registrierte.

Das Investitionsklima hellt sich dem Business-Monitor zufolge nicht weiter auf. Nach wie vor wollen aber weit mehr Unternehmen ihre Investitionsausgaben in den nächsten zwölf Monaten erhöhen (34 Prozent) als kürzen (neun Prozent). Am stärksten ist die Investitionsbereitschaft in den Metallbranchen und der Elektroindustrie, obwohl sie die aktuellen Standortbedingungen – trotz guter Konjunktur – skeptischer beurteilten als im Februar. Die Ursache könnte im laufenden Tarifkonflikt liegen.

Insgesamt beurteilten die befragten Top-Manager die aktuellen Standortbedingungen etwas günstiger als im Februar. Die Erwartungen an die künftigen Bedingungen verbesserten sich ebenfalls. Mit 69 Prozent ist das Lager der Optimisten allerdings fünf Prozentpunkte kleiner als noch zu Jahresbeginn, das Lager der Pessimisten mit 31 Prozent entsprechend größer. Hierbei könnte eine Rolle spielen, dass die Top-Manager die für den Standort wichtigen Reformperspektiven jetzt nicht mehr so euphorisch beurteilen wie noch im Januar.

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