Handelsblatt Business-Monitor
Deutsche Bank holt auf

Die Deutsche Bank hat den Ruf ihres Firmenkundengeschäfts trotz vieler Negativschlagzeilen im vergangenen Jahr deutlich aufpoliert. Nach Handelsblatt Business-Monitor konnte sie ihr Image deutlich verbessern. Besser angesehen als der der Branchenprimus sind allerdings nach wie vor Tausende kleine Kreditinstitute.

ben FRANKFURT. In der Erhebung fragte das Psephos-Institut im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp 715 Top-Manager nach ihrer Einschätzung des Firmenkundengeschäfts deutscher Banken. Auf einer Skala von eins („sehr gut“) bis fünf („sehr schlecht“) erreichen die öffentlich-rechtlichen Institute wie im Vorjahr eine Note von 2,6. Es folgen die Commerzbank und die Genossenschaftsbanken mit nahezu unveränderten 2,9.

Das Ziel des Handelsblatt-Business-Monitors ist es, kontinuierlich zu ermitteln, wie die deutschen Spitzen-Manager die Arbeit von Bundesregierung und Opposition beurteilen, wie sie Standortfaktoren und deren Entwicklung einschätzen und welche Stellung sie in aktuellen Fragen beziehen. Dieses Jahr wurden zum zweiten Mal die Bankbeziehungen der Firmen sowie das Bankenimage unter die Lupe genommen.

Den größten Sprung um eine Drittelnote machte die Deutsche Bank, die nun mit 3,0 bewertet wird – trotz der Wiederauflage des Mannesmann-Prozesses gegen Vorstandschef Josef Ackermann, der zeitweiligen Schließung des Immobilienfonds Grundbesitz Invest und des Rücktritts des Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf-E. Breuer wegen seiner Äußerung über die mangelnde Kreditwürdigkeit des Medienmoguls Leo Kirch. Dennoch verbesserte die Bank ihr Image vor allem bei Managern von Großkonzernen mit mehr als 5 000 Mitarbeitern. Hier rangiert sie mit der Bestnote 2,5 vor allen anderen Instituten.

Womöglich wirkt sich jetzt die Ende 2004 vollzogene Umstrukturierung des Deutschlandgeschäfts positiv aus. Damals hatte die Bank, die sonst nicht regional gegliedert ist, mit Jürgen Fitschen einen Chef für das Deutschland-Geschäft installiert.

Bei den Führungskräften wesentlich besser angesehen sind nach wie vor die Sparkassen und Landesbanken. Die Sparkassen und Landesbanken. Allerdings verlieren sie der Umfrage zufolge bei der Betreuung von Großkonzernen an Bedeutung. Von 715 repräsentativ befragten Managern gaben in diesem Jahr nur noch vier Prozent der Befragten an, eine der zwei wichtigsten Hausbankbeziehungen mit dem öffentlich-rechtlichen Sektor zu unterhalten. Im Vorjahr waren es noch 16 Prozent der Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 5 000 Beschäftigten.

Bei den Hausbankverbindungen macht sich offenbar vor allem bei den Großkonzernen die Konkurrenz ausländischer Institute bemerkbar. Institute aus dieser in der Umfrage unter der Rubrik „andere Banken“ firmierende Gruppe wurde in diesem Jahr von 13 Prozent als wichtigste Hausbank genannt, während sie in der vergangenen Umfrage nur sieben Prozent auf sich vereinigte. Auch die Dresdner Bank konnte sich auf 21 von 17 Prozent verbessern, während die übrigen deutschen Großbanken sowie die Volks- und Raiffeisenbanken nahezu identische Ergebnisse wie vor einem Jahr einfuhren.

 Handelsblatt Business-Monitor im Überblick

Hatten die Großbanken, allen vor allen die Deutsche Bank, in den vergangenen Jahren kleine und mittlere Unternehmen aus den Augen verloren, werden sie in diesem Bereich nun offenbar wieder stärker. So überholte die Deutsche Bank bei den mittelgroßen Firmen mit 500 bis 5 000 Beschäftigten die Sparkassen und Landesbanken um einen Prozentpunkt. Der deutsche Branchenprimus kam auf 33 Prozent nach 25 Prozent in der letzten Befragung. Uneinholbar scheint jedoch die Dominanz der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe nach wie vor bei den bei kleinen Firmen. Bei Gesellschaften mit weniger als 100 Mitarbeitern ragte sie mit unveränderten 39 Prozent hervor.

Einbußen in allen Unternehmensgrößen musste die Hypo-Vereinsbank (HVB) hinnehmen. Die 2005 von der italienischen Unicredit übernommene Münchener Bank verlor besonders bei den mittelgroßen Firmen an Terrain. In dieser Größenklasse sackte sie um sechs Prozentpunkte ab und kam nur noch auf acht Prozent. Damit überragt die nun aus Mailand gesteuerte Bank die Volks- und Raiffeisenbanken in diesem Bereich nur noch um einen Prozentpunkt. Bei den kleinen Firmen ist sie mit neun Prozent die am schwächsten Vertretene aller Institute oder Verbünde.

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