Handelsblatt Business-Monitor
Deutsche Firmen planen Übernahmen

Der Handelsblatt Business-Monitor gibt Auskunft über Stimmung, Trends und Pläne deutscher und internationaler Top-Manager. Aktuell zeichnet sich ein Ende vieler Umstrukturierung ab - und in der Folge eine Beschleunigung des Wachstums. Besonders heimische Firmen möchten stärker expandieren, wobei eine Region Europas in den Mittelpunkt rückt.
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DÜSSELDORF. Die europäischen Unternehmen legen auch in diesem Jahr ihren strategischen Schwerpunkt auf Expansion. Vor allem deutsche und österreichische Firmen räumen Wachstumsprojekten derzeit Priorität ein, zugleich wollen sie aber die Kosten mit der gleichen Vehemenz wie im vergangenen Jahr weiter senken. Diesen Trend zeigt der Handelsblatt Business-Monitor International, eine Umfrage unter 1 215 Top-Managern aus sechs europäischen Ländern.

Die Führungskräfte wurden im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. nach ihren strategischen Plänen für 2008 befragt. Neben Deutschland erstreckt sich die Umfrage auf Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz.

Die Zeit der grundlegenden Umbauarbeiten in den Firmen scheint der Studie zufolge vorerst vorbei zu sein - ein Trend, der sich mit den Erfahrungen aus der Praxis deckt: "Viele Firmen haben in den vorigen Jahren die Hausaufgaben gemacht und ihre Organisation auf gesunde Beine gestellt", sagt Juan Rigall, Geschäftsführer von Droege & Comp. "Jetzt geht es vor allem um die Beschleunigung des Wachstums."

Um dies zu erreichen, wollen zumindest die deutschen Unternehmen in diesem Jahr verstärkt zukaufen. 45 Prozent der befragten 409 Top-Manager aus Deutschland nannten "Übernahmen" als eine der Maßnahmen, mit denen sie das Wachstum im Ausland in den nächsten zwölf Monaten forcieren wollen. Diese Zahl überrascht, denn noch vor einem Jahr gaben sich die deutschen Top-Manager bei der gleichen Befragung deutlich zurückhaltender: Damals bekannten sich nur 30 Prozent dazu, Zukäufe zu planen.

Die frühere Zurückhaltung lag unter anderem daran, dass Industrieunternehmen wegen der Konkurrenz durch kapitalstarke Finanzinvestoren weniger Chancen sahen, bei Übernahmen zum Zuge zu kommen. Nun erwarten die Führungskräfte offenbar, dass sich das Blatt in den nächsten Monaten wieder wendet.

Auch Droege-Geschäftsführer Rigall prognostiziert mehr Fusionen und Übernahmen durch strategische Investoren. "Ausreichend Geld für Zukäufe haben die Unternehmen schon länger, doch haben sie nun auch ihre Organisation so weit verbessert, dass sie Übernahmen besser stemmen können", sagt er. Größte Bedeutung bei der internationalen Expansion haben für die deutschen Firmen weiterhin Aufbau und Stärkung des Vertriebs im Ausland.

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