Handelsblatt Business-Monitor
Deutsche gegen Türkei

Die Bilanz der vor gut einem Jahr erfolgten Ost-Erweiterung der Europäischen Union (EU) um zehn Staaten fällt ernüchternd aus: Die Mehrzahl der Manager gibt zu Protokoll, dass sich die Erweiterung auf die Geschäfte ihres Unternehmens nicht ausgewirkt hat. Dahinter folgt der etwas kleinere Anteil derer, die positive Auswirkungen erfahren haben. Über negative Auswirkungen durch die verstärkte Konkurrenz berichtet nur eine Minderheit.

pbs DÜSSELDORF. Zündstoff steckt in der Debatte darüber, welche weiteren Länder in die EU aufgenommen werden sollen. Der für 2007 geplante Beitritt von Bulgarien und Rumänien stößt in allen vier Ländern überwiegend auf Zustimmung.

Einen möglichen Beitritt der Türkei und der Ukraine lehnen deutsche Top-Manager mit großer Mehrheit ab. Die Chefs aus den anderen drei Staaten sind deutlich gelassener: In Großbritannien und in Italien ist der Anteil der Manager, die die Türkei aufnehmen würden, genauso groß wie der Anteil der Ablehnenden. In Frankreich ist die Front der Ablehner größer als die der Befürworter. Eine Mehrheit für einen Beitritt der Türkei findet sich allerdings in keinem der Länder. Anders sieht es bei der Ukraine aus. Immerhin die Hälfte der Manager aus Frankreich, Italien und Großbritannien stimmt einem Beitritt zu.

Deutlich auseinander gehen die Meinungen der Top-Manager zur Einführung gemeinsamer Standards in der Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik. Relativ harmonisch befürwortet in Italien, Frankreich und Deutschland die Mehrheit der Befragten eine Harmonisierung des Steuersystems. Allein die Briten lehnen diesen Schritt ab.

Die EU-weite Einführung gleicher Standards in der Sozialversicherung findet immerhin den Beifall von italienischen und französischen Managern. An einem einheitlichen EU-weiten Mindestlohn finden dagegen die Firmenchefs aller Staaten bis auf die deutschen Führungskräfte Gefallen.

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