Handelsblatt Business-Monitor
Deutsche Manager können mit Draghi wenig anfangen

Die deutsche Wirtschaft hat noch kein klares Bild von dem designierten italienischen Notenbankchef Mario Draghi. Das lässt sich am Handelsblatt Business-Monitor ablesen, einer Umfrage unter knapp 800 Führungskräften.
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FrankfurtEine relative Mehrheit von 41 Prozent der deutschen Führungskräfte kann nach eigenen Angaben "nicht beurteilen", ob der Italiener Mario Draghi ein geeigneter Nachfolger für EZB-Präsident Trichet ist. "Das ist eine ungewöhnlich hohe Quote", sagt Hans-Jürgen Hoffmann, Chef des Marktforschungsinstitutes Psephos, das im Auftrag des Handelsblatt die Umfrage unter 800 Führungskräften durchgeführt hat.

Die zurückhaltenden Antworten seien dadurch zu erkären, dass der italienische Notenbanker und sein geldpolitisches Credo in der deutschen Öffentlichkeit bislang wenig bekannt seien. Nur ein Drittel der befragten Führungskräfte halten Draghi für "geeignet", ein Viertel bezeichnet den italienischen Notenbanker als "nicht geeignet"

Ende vergangenen Jahres hatten sich die Führungskräfte im Handelsblatt Business-Monitor noch klar für den damaligen Bundesbankchef Axel Weber als EZB-Präsident ausgesprochen. Drei Viertel der Befragten hielten damals Weber für die "beste Wahl". Nur vier Prozent nannten Draghi die ideale Besetzung.

Nachdem der ehemalige Bundesbankchef Weber seinen Verzicht auf die Kandidatur als EZB-Chef bekannt gegeben hatte, wurden die deutschen Führungskräfte noch einmal im Auftrag des Handelsblattes zur Besetzung dieses Amtes befragt. "Es kommt beim Amt des EZB-Präsidenten nicht auf die Nationalität, sondern auf die finanz- und währungspolitische Grundhaltung an", sagten Anfang März 86 Prozent im Handelsblatt Business-Monitor. Welche Grundhaltung Draghi hat, können die deutschen Manager offenbar nur schwer einschätzen.

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