Handelsblatt Business-Monitor
Die Kehrseite des Booms

Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung führt vor allem in großen Unternehmen zu Engpässen. 43 Prozent der Manager aus Betrieben mit mehr als 5 000 Beschäftigten bestätigen, dass bereits Lieferschwierigkeiten aufgetreten sind oder erwartet werden. Dies ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors. Diese Umfrage unter 809 Spitzenmanagern im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. führt das Hamburger Marktforschungsunternehmen Psephos durch.

DÜSSELDORF. Für Frank Zurlino, Geschäftsführender Droege-Partner, zeigt das Ergebnis der Umfrage die höhere Anfälligkeit „komplexer Strukturen in Großbetrieben“ auf schwankende Auslastung. Viele Lieferanten und viele Produkte ließen sich sehr viel schwieriger steuern als kleinere Firmen mit einem klaren Produktsortiment und wenigen Standorten. Selbst mittelständische Unternehmen ab 500 Mill. Euro Jahresumsatz aufwärts verfügten oft schon über mehrere Produktionsstandorte in der ganzen Welt. Das mache die schnelle Reaktion auf eine stark steigende Nachfrage sehr schwierig.

Laut Business-Monitor spüren allerdings auch schon jeweils rund ein Fünftel der befragten Manager in kleineren und mittleren Unternehmen den Nachfrageboom. Sie kommen offenbar mit der Abwicklung ihrer Aufträge nicht nach, weil Lieferanten in Verzug sind. Die Kapazitäten sind nach Einschätzung Zurlinos nicht das eigentliche Problem. „Da gibt es noch Luft,“ sagt der Berater.

Von Engpässen betroffen sind allerdings nicht alle Branchen gleichermaßen. Während Dienstleister und Handel kaum Probleme melden, geben 44 Prozent der Manager aus den Bereichen Metallverarbeitung, Maschinenbau und Elektrotechnik an, mit den Aufträgen nicht Schritt halten zu können. Weitere 14 Prozent rechnen zudem damit, dass „Engpässe drohen“. In einigen Branchen, so berichtet Zurlino, werde inzwischen nur noch „zugeteilt“. Betroffen davon seien beispielsweise Spezialhersteller in der Luft- und Raumfahrttechnik oder ganz bestimmte Rohstoffverarbeiter.

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