Handelsblatt Business-Monitor
Know-how der Älteren ist wieder gefragt

Die Alterung der Belegschaften schlägt sich auch in den Bilanzen der Unternehmen nieder: Mehr als die Hälfte der Top-Manager in Deutschland fürchtet, dass die demographische Entwicklung die Kosten in die Höhe treibt. Das ist eine der Botschaften einer exklusiven Handelsblatt-Umfrage unter Führungskräften.

DÜSSELDORF. Gut ein Zehntel der Spitzenmanager erwartet, dass die alternden Belegschaften die Kosten sogar „erheblich“ steigen lassen – etwa auf Grund erhöhter Fehlzeiten oder höherer Löhne. Weitere 40 Prozent rechnen mit „ein wenig“ erhöhten Kosten. Manager, die selbst 60 Jahre oder älter sind, teilen diese Auffassung allerdings bedeutend weniger häufig (34 Prozent) als ihre Kollegen im Alter unter 40 Jahren (62 Prozent).

Weit weniger als steigende Kosten fürchten die Spitzenmanager offenbar, dass die Innovationskraft ihres Unternehmens auf Grund der alternden Belegschaft nachlassen könnte. Ein „erhebliches“ Absinken erwarten nur drei Prozent der Führungskräfte. Dass die Zahl der Ideen aus den eigenen Reihen „ein wenig“ abnehmen wird, prognostizieren 15 Prozent. Acht Prozent halten indes günstige Auswirkungen für wahrscheinlich.

Wie laut die Uhr des demographischen Wandels tickt, hat beispielsweise die Personalabteilung der Metro Group erkannt. Der zuständige Verantwortliche Jürgen Pfister hat die gegenwärtige Situation analysiert und dann seine Schlüsse für die Zukunft gezogen: Altersteilzeit und Vorruhestand hat er bereits 2004 abgeschafft und „damit ein unbequemes Zeichen gesetzt, um die Erwartungshaltung unserer Mitarbeiter zum Ruhestand zu verändern“, sagt Pfister.

„Die Bedeutung der älteren Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt wächst, und wir müssen nachhaltig darauf hinwirken, ungerechtfertigte Vorurteile über die Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiter abzubauen.“ 1700 Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, hat der Konzern vergangenes Jahr eingestellt, davon rund 520 in Deutschland. Die Diskriminierung des Alterns und des Alters führe weltweit zu einem ökonomischen und geistigen Standortnachteil, betont Pfister.

Seite 1:

Know-how der Älteren ist wieder gefragt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%