Handelsblatt Business-Monitor
Manager geben Regierung nur Note 3,3

Die deutsche Wirtschaft beurteilt die Leistung der gesamten Bundesregierung sowie einiger Schlüsselressorts nach der politischen Sommerpause nur als mittelmäßig. Auf einer Skala von eins (sehr gut) bis fünf (sehr schlecht) bewerten die Top-Manager die große Koalition im September mit der Note 3,3 – nach einer 3,4 im Vormonat.

doh DÜSSELDORF. Nur sechs Prozent halten die Arbeit der Bundesregierung für „gut“; die große Mehrheit (57 Prozent) bezeichnet sie als „befriedigend“. Das ergibt der Handelsblatt Business-Monitor, eine regelmäßige Umfrage unter mehr als 800 Top-Managern (siehe „Handelsblatt Business-Monitor“).

Am schlechtesten bewerten die befragten Spitzenmanager die Leistung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Wie im August bekommt der CSU-Politiker in diesem Monat die Note 3,7. Ähnlich schlecht kommt Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit 3,6 weg. Das ist die bislang schwächste Beurteilung des Vizekanzlers. Während er zu Jahresbeginn – wie Glos – noch mit 3,1 bewertet wurde, hat er seitdem stetig an Vertrauen verloren.

Verbessert haben sich dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) – wenn auch nur sehr leicht um 0,1 Notenpunkte. Die Regierungschefin bewerten die Manager mit einer 3,2 und damit etwas freundlicher als ihr Kabinett. Knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) bewertet Merkels Leistung als „befriedigend“. Die Gruppe der Lobenden ist mit 15 Prozent allerdings deutlich kleiner als die der Kritiker mit 37 Prozent.

Steinbrück liegt weiter leicht vor Merkel. Mit der Note 3,0 bewerten die Top-Manager die Leistung des Finanzministers etwas besser als im August (3,1). Während rund ein Viertel der Führungskräfte seinem politischen Kurs zustimmt, lehnen ihn mit 21 Prozent beinahe ebenso viele ab.

Am besten angesehen bei den Führungskräften ist nach wie vor Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Durchschnittlich stufen die Befragten ihn bei 2,4 ein. Schon die Leistung seines Amtsvorgängers Joschka Fischer (Grüne) war bis zur so genannten Visa-Affäre regelmäßig besser bewertet worden als die seiner damaligen Kabinettskollegen.

Das Urteil über die gesamte Riege der SPD-Kabinettsmitglieder fällt im Vergleich hierzu mit der Durchschnittsnote 3,5 nach 3,6 im August deutlich schlechter aus. Die Minister und Ministerinnen der Union schneiden mit der Note 3,4 allerdings kaum besser ab.

Unverändert blieb im September die Leistungsbewertung für die drei Oppositionsfraktionen: Für die FDP und auch ihren Vorsitzenden Guido Westerwelle – die seit Jahresbeginn völlig im Gleichklang eingestuft wurden – vergeben die Führungskräfte im September im Schnitt die Note 3,4. Damit schneiden die Liberalen wie die Union und kaum schlechter als die schwarz-rote Koalition insgesamt ab.

Auf große Ablehnung bei den befragten Spitzenmanagern stoßen hingegen nach wie vor die Fraktion der Grünen (3,8) sowie vor allem die der Linkspartei (4,5).

Handelsblatt Business-Monitor

Die Umfrage: Der Handelsblatt Business-Monitor ist eine repräsentative Umfrage unter Spitzenmanagern, die das Marktforschungsinstitut Psephos im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. seit 1999 neunmal jährlich erhebt; davon zweimal international. Vom 8. bis 21. September wurden mehr als 800 Führungskräfte telefonisch interviewt.

Die Dokumentation: Die Ergebnisse sind in digitaler sowie in gedruckter Form erhältlich. Per Telefon unter 0800/0002056 oder im Internet unter » www.handelsblatt-shop.com.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%